Der Erlafä Joachim Friedrichs und der Lehrplan von 1599. 357
schrieb Grunaeus 1 ), er habe gute Hoffnung für die Schule, weildie Disziplin eine andere sei als die, über die bisher soviel Guteso sehr geklagt hätten. Wirklich verließen ziemlich viel Schülerwogen der Strenge der Disziplin Goldberg 2 ), und Laubanus wardeshalb nicht frei von Kleinmut, wenn er an den Fürsten dachte.
4. Der Erlaß Joachim Friedrichs und der Lehrplan von 1599.
Der Herzog Joachim Friedrich aber war fern davon, daranAnstoß zu nehmen. Er ordnete vielmehr den Druck der Schul-reden, der Schulgesetze und des von Laubanus entworfenen Lehr-plans an und ließ durch seinen Kanzler einen Erlaß abfassen, dersich mit den Gesetzen, der Lehrordnung, der Disziplin und denleitenden konfessionellen Gesichtspunkten beschäftigt, für Goldbergals Vorläufer des Patents von 1601 darstellt und mit den an-gegebenen Stücken vereint veröffentlicht werden sollte. 3 ) Dieserhatte den folgenden Wortlaut:
„Von Gottes Gnaden Wir Joachim Friedrich, Hertzog in Schlesienzur Liognitz und Brig, des Primat und Ertzstiffts zu MagdeburgThumb-Probst, bekennen und thun kund öffentlich gegen aller-menniglich, demnach zu Fortstellung und Erhaltung eines gott-seligen, gerechten und friedlichen Regiments in geistliehen undweltlichen Sachen für allen Dingen hoch und viel gelegen ist,damit die liebe Jugend also bald zu wahrer Gottesfurcht, christ-licher Lehr, ehrlichen freyen Künsten und Tugenden angewiesenl ">d mit denselbten das Gemütt nicht minder als der Leib durchnatürliche Speise und Narung treulich und fleissig versorget undaufferzogen werde, welches ohne ordentliche wolbesteltc Schulenl 'bel und fast unmöglich zuerlangen ist, als haben Wir nach seligemAbschiede Unsers gnedigon geliebten Herrn Vaters christmilderGedencken Uns mit sondorem Fleis angelegen sein lassen, damitUnsere fürstliche Schule zum Brig, bey welcher hochgedachter Unser•n Gott ruhender Herr Vater keine Trewe, Vorsorge, Mühe, FleisUn d Unkosten und was zu Aufnehmung deroselbten dienen möchte,jemals gesparet, auch künfftig von Uns in bestendigem Wesen, sov iel immer möglich, erhalten werden möchte, wollen auch fernerin Erhaltung derselbtcn Gott dem Allmechtigen zu Lob und Ehren,il nch Unseren gehorsamen Unterthanen und wer sich derselbten
') St. B.-Br., Wenzel.
") Grunaeus an Laubanus, 22. Juli 1599, St. B.-Br, Rhediger XVIII. N. 300.
") Vgl. u. S. 382, Aum. 2.