Neue Störungen. 333
scheides erwarte. Wofern er sich aber aller Bürgschaft widersetzenwollte, sollt Ihr ihn von Euch nicht kommen lassen, sondern ihn,ungeachtet, was er seiner Kriegsdienste halber etwan einwendenmöchte, gefänglich annehmen, auf einen Wagen schmieden lassenund alsbald bei Tag und Nacht anhero gegen Liegnitz schicken.Wir wir dieses alles zu Eurer Discretion, wie es am füglichstongeschehen könne, gestellet haben. Was auch versehen, wollet Ihrneben den Schoppen, Ältesten, Geschworenen und ganzer StadtEurer und Ihrer Fürstlichen Gnaden geleisteten Eide und PflichtEuch erinnern und denselben so treu sein, daß dem Gesellen undseinem Anhang gesteuert und dies Angeordnete ins Werk gerichtetwerde." Damit brechen unsere Nachrichten ab. Feige war durchdie Vorgänge als der Rektor Waldsteins mit berührt und hätte alsodie amtliche Pflicht gehabt, ihn zu schützen; doch davon hörtman nichts.
Daß die Disziplin in der Schule schon vor Wallensteins An-kunft sehr darniederlag, bezeugt ein Brief des Grunaeus an Mimervom 5. Aug. 1597, in dem er auf Mimers Wunsch nach einerandern Stellung antwortete 1 ) und dabei den Satz schrieb: „Hoctarnen videro mihi videor, consilio plane aecurato tibi opus esse,cum non dubium sit hac scholac vestrac tempestate apud voscoorta familiac tuao in posterum non optime prospectum iri."Dieses Ungewitter muß sich wiederholt haben; denn eine Beschwerdean Herzog Joachim Friedrich berichtet Unglaubliches. Leider fehltuns dafür gerade eine Darstellung von der andern Seite, von demRektor Feige.
Unter dem 12. Febr. 1598 schrieb G. Boxa von Radoszowice,Subcamcrarius des Landes Wiclun, an den Herzog. 2 ) Der ver-storbene Herzog Friedrich IV. habe ihn vor einigen Jahren imRade Warmbrunn eingeladen und ihn dabei gebeten, das einst vonseinen Vorfahren mit Männern von Gelehrsamkeit und Frömmigkeitfür die Unterweisung der Jugend reich besetzte Goldberger Kollegiumden Polen zu empfehlen. Das habe er gern getan und seinee >genen Söhne, um andere anzuregen, dorthin geschickt. Er habea "ch nicht anders gedacht, als daß die Zucht der Jugend derGoldberger Schule noch dieselbe wäre wie zu der Zeit, wo er sieselbst unter Trozendorf als Schüler kennengelernt habe. Aberee hie Söhne hätten, wie aus der Anlage hervorgehe, da sie beidei- Konnivenz des Lehrers gegen die Schüler vor Beleidigungen
') St. B.-Br., Rhediger XVIII, N. 67. ») St. A.-Br., Ortsatten Fasz. XVI.