332 Kinsetzeu des Niedergangs der Schule.
worden. Dies aber alles hätte ich also mit Stillschweigen gerneübergehen wollen, aber auf heute, als ich Nachmittag aus gehaltenerLection gegangen, ist einer mit Namen Paul Mehnert, ein Kriegs-mann, doch Inwohner allhier, mitten auf dem Ringe gestanden undhat nicht allein vor einheimischen, sondern auch vielen fremdenPersonen mich samt meinem Praeceptore [Walther] und Famulisfür Calvinische Schelmen mit heller Stimme ausgeschrien. Dochweil mir dieses nebst vielen andern widerfähret, hätte ich mich indiesem Fall auch gerne enthalten wollen, damit ich E. G. (weildieselbe zuvor sehr überlaufen wird) nicht mehr zu schaffen machte,aber, wie gemeldet, die Noth mich fast treibt, dies folgende an-zuklagen: Denn als diese eben angezogene Person mir nach-geschrien, bin ich stillschweigend nach Hause und von dannenbald zu Tische zum II. Cantori gegangen. Da Obgemeldeter mitWehr noch am Ringe gestanden und mir, als ich ins Haus kommen,nachgefolget, aber von einem andern auf der Schwelle erhaltenworden. Will allhier weiter geschweigen vieler unnützer Reden,so sich diese dort, die, wie man sagt, auf die Mitwoch nachUngarn verreisen wollen, vernehmen lassen, durch welche mir nebenandern sehr gedrohet. Es könnte sich aber E. G. vieler Sachenmit besserem Grunde als vielleicht sonsten von diesem meinemFamulo erkundigen. Bitte aber auf iczo, E. G. wolle Amtes undder Freundschaft wegen, so sie mit dem wohlgelehrten IT. Lau.(ürclero hält (durch welchen ich auf diese fürstliche Schulenkommen), mich zu beschützen 'bedacht sein, weil ich hier vonniemand Schutz und Hülfe wogen des großen Muthwillens [d. h. derFrechheit| bitten kann, und bitte auch, in allem möglichen solcheszu entschuldigen . . . Gegeben in Goldborg den 17. May 98.E. G. guter Freund Albrecht von Waldstein." Auf dieses An-schreiben erging umgehend, am 18. Mai, unter Beifügung vonWaldstcins Klageschrift ein Befehl des Hauptmanns und der fürst-lichen Räte inLiegnitz 1 ) an den Goldbcrgcr Rat etwa des Inhalts:„. . . Da diesem Wesen zu weitcrem möglichen Unheil ferner nichtnachgesehen werden kann, so ist anstatt Ihrer Fürstlichen GnadenUnser ernster und endlicher Befehl, daß Ihr bald die Schcppen,Altesten und Geschworenen zu Euch erfordert und neben denselbengedachten Paul Mehnert, weil er ein Einwohner der Stadt seinsoll, ihn durch Bürgschaft und genugsam zu verpflichten, daß er*ich heute noch anhero auf das Schloß endlich gestellc' und Be-
') U. B. Hr., Hyndschv. d. Hehles. Ges. usw. als Beilage.