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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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331
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Neue Störungen. " ov> i

daß er die Achtung und die Autorität bei seinem Schüler ein-büßen würde, wenn er sich nicht ändere.

Wallenstein wird sich gewiß bei der laxen Disziplin wohlbefunden haben, wie seine über alles Maß gehenden schlechtenStreiche in Altorf schließen lassen. Sein Präzeptor hat wohl denentrüsteten Grunaeus für den Augenblick beruhigt und Besserungversprochen; denn dieser empfahl ihn am 5. Nov. 1597 nochmalsMimer und bat diesen angelegentlich, ihm freundlich entgegen-zukommen 1 ), ihm aber auch ein treuer Mahner zu sein.

Indessen reiste der treue Eckart Cirkler nach Mähren, gingvon dort nach Straßburg und starb in Speicr, und Grunaeus wandtesich von Waltlicr ganz ab, als er immer wieder erfuhr, wie saum-selig dieser seines Amtes wartete. Am 10. April 1598 schrieb eran Mimer und dankte ihm dafür, daß er sich Walthers angenommenhätte 2 ), setzte aber hinzu:Ich habe jenen schriftlich, mündlichund stillschweigend an seine Pflicht erinnert und sehe, daß nichtsgenützt hat. Daher werde ich den Menschen fallen lassen, wennich nicht vernehme, daß dir ein anderes Verfahren, wie du anzu-deuten scheinst, deinetwegen lieber wäre." Als Wallcnstein 1599,schon in dem Prorektorat des Laubanus, Goldberg endlich verließ,hielt ihm A r echner die Abschiedsredo, die um 1700 noch in Gold-herg handschriftlich vorhanden war 1 ); aber Walther begleitete ihnnicht mehr als Informator nach Altorf.

Der junge Freiherr hatte während seines Aufenthalts in Qold-berg Gelegenheit gehabt, die konfessionelle Stimmung und Er-legung in der Bürgerschaft unangenehm kennenzulernen*), unddadurch Anlaß erhalten, durch einen Brief, den ein Diener über-brachte, einen Blitzstrahl des Fürstentumshauptmanns W. von Zedlitzauf die Stadt herbeizuziehen. Er schildert seine Erlebnisse un-gefähr wie folgt: . . .Nächst Wünschung von Gott dem allmäch-tigen aller glückseligen Wohlfahrt . . . soll ich E. G. wegen vor-gehender Noth nicht bergen, wie ich ja diese Wochen über nebenandern ehrlichen Leuten von etlichen leichtfertigen Personen mitSehmähwortcn angetastet, auch des Nacktes mit Steinen in meinSchlafgcmach sowohl als meinem Wirte H. Circlero (von welchemft ks denn auch von mir niemandem Ursach gegeben) ist geworfen

') St. B.-Br., Rhndiger N. 90. 2 ) Ebenda N. 139.

*) St. A.-Br., Ortsakten Fasz. XXII: Excerpta ex Georgii Thebesii Annal.kign. M»tis, fol. 728.

*) U. B.-Br., Handschriften der Schlesisclien Gesellschaft für vaterländischeKultur, Schlesische Geschichte IV Qu. 158.