3;-j() Einsetzen des Niedergangs der Schule.
Der erwählte Privatlehrer war G. Walther aus Liegnitz, dererst im Wintersemester 159G nach Frankfurt gegangen war, dochvon dort schon im Sommer 1507 durch seinen Yater dem LiognitzerSuperintendenten Baudis und Grunaeus eine gedruckte logischeDisputation übersandte, bei der er als ßespondent mitgewirkthatte. 1 ) Die beiden durch die Dedikation Geehrten übersandtenihm eine klingende Anerkennung, und Grunaeus versprach, seinereingedenk zu sein, wenn sich eine Stellung für ihn böte. DieStellung war nun gefunden; Grunaeus gab dem Durchroisendeneinen ganzen Sack voll guter Lehren mit, und Walther war zuAnfang des Oktobers mit Albrecht von Waldstein in Goldberg.Seine Wohnung hatte Waldstein bei dem Neffen Cirklers Hansund seinen Tisch bei dem Kantor Vechner. 2 )
Noch waren nicht zehn Tage seit der Übernahme der Prii-zeptorstello durch Walthcr verflossen, als Grunaeus von Cirklorunliebsame Nachrichten über den Lehrer und den jungen Freiherrn(geb. 24. Sept. 1583) erhielt. Da ihm das wegen seines eigenenguten Rufes höchst peinlich war, schrieb er Walther unter dem24. Okt.''), erinnerte ihn daran, daß er ihm die ehrenvolle Stelleverschafft habe, und las ihm, etwa wie folgt, den Text: „Man sagt,du habest dich mit deinem vornehmen Schüler so tapfer demTrinken hingegeben, daß ihr, du bis zum Vollsein [ad satietatemj,dein Baron bis zum Erbrechen, geschlemmt habet. Was das heißenwill, überlege, und sofern dir dein Wohl am Herzen liegt, sieh zu,daß von dir dergleichen für die Folge nicht mehr gesagt werdenkönne. Denn, wenn du dich nicht anders beträgst, hast du garkeinen Grund, dir etwa deine Stelle für die Dauer einzubilden.Du erinnerst dich, wie ich glaube, an das, woran ich dich hier indieser Hinsicht eindringlich gemahnt und was ich dir über dasVermeiden jeglicher Gesellschaft bei jener zügellosen und ganzverdorbenen Disziplin der Goldbcrger Schule, über die allgemeinvon rechtlich denkenden Männern gesprochen und Klage geführtwird, nachdrücklich geraten habe. Ich kenne Cirklcr, von demselbst ich das habe und der deshalb von uns auf jede Weise zubesänftigen sein wird, wenn wir nicht wollen, daß er etwas allzuHartes gegen dich vornimmt." Er hielt ihm natürlich auch vor,
') St. B.-fir., lihediger XVIK, N. 37, Grunaeus an Walther Vigilia -lo-hiinnis Baptistae 1597.
*) S. hier u. S. $1/2 den Brief Wald.steins.
•) St.B.-Br., Rhediger N. 87. Grunaeus an Walther 24. Okt. 1597.