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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Neue Störungen. 329

mehr zum Unterhaltungsgegenstand, aber kaum empfehlenswertermachen würde, meinte er, wolle er nichts sagen. Allein schon aufden ersten beiden Seiten seien soviel grammatische Vorstöße, daßman sich nicht genug über die Unsicherheit des sonst nicht un-befähigten und fleißigen Schülers wundern könnte. Gefehlt seiauch gegen die erste Eegel der Syntax (Kongruenz). Die Verseseien zum Teil verstümmelt, zum Teil klaffend (hiantes) und sonstmangelhaft, sehr viele Quantitäten falsch gebraucht usw. Ein sobedeutender Professor der Poetik sei jenes Großmaul. Und welchgroßes Lob würde das Gedicht für die Goldbergor Schola illustrissein! Noch später, 1599, hatte Grunaeus wie der Poet D. Vechnerdasselbe Urteil über denLycophron".

Da Verse schreiben zu lernen damals als selbstverständlich fürjeden einigermaßen tüchtigen Schüler und alsspeeimen eruditionis"für unentbehrlich angesehen wurde, so ward mit der Kritik dessachverständigen Grunaeus ein schweres Manko der GoldbergerSchule aufgedeckt. Als Laubanus die innere Leitung der Schuleübernahm, schied er auch ITcntschel von der Vortretung der Poetikvollständig aus.

Schlimmer noch war, daß Feige in der wilden Zeit die Dis-ziplin nicht recht zu handhaben verstand. Das erfährt man durchden vielbcstrittencn und doch feststehenden Aufenthalt Albrechtsvon Wallenstein in Goldberg. Die Erzählung von der ErziehungWallensteins im Josuitenkolleg zu Olmütz, wo er durch den PaterV- Pachta schon als Knabe der katholischen Kirche zugeführtworden sein soll, muß über Bord geworfen werden 1 ), dagegenberuht der von P. Palacky und W. A. Czerwenka für märchenhaft er-klärte Aufenthalt in Goldberg 2 ) auf historischer Grundlage. Wiewir schon früher 3 ) angedeutet haben, war es Cirkler, der den zu-künftigen Friedländer nach Goldberg brachte. Schon am 19. Aug. 1597feilte Grunaeus seinem Gevatter Mimer mit 4 ), sie würden baldeinen Freihorrn, das Mündel des von Waldstein, bei ihrer Schulehaben, für den mit seiner und seines Verwandten Ch. Eisner Bei-hilfe Cirkler neulich einen Liegnitzer Jüngling als Privatlehrerbestimmt hätte. Die Hinkunft würde etwa im September erfolgen,Hn d sie würde ohne Zweifel zur Empfehlung der Schule dienen.

') Förster F Wallenstein, Herzog V.Mecklenburg, Friedland u. Sagan,al« Feldherr u. Landesfürst in seinem öftentl. u. Privat-Leben. E. Biographie.M 't 1 Tab. Potsdam 1834.

) Kbenda. 3 ) Vgl. o. S. 262.

') St. B.-Br Rhediger XVIII, N. 61, 19. Aug. 1597.