Der neue Rektor J. Feige und seine Lehrer. 315
wchaft an Scelo und Geint, Körper und Gütern zugrunde gehen undso alle Stünde in der Welt untergehen müßten. Denn mit Weg-nahme der heiligen Schrift würde die Kenntnis des wahren Gottesund die wahre Verehrung desselben aufgehoben oder, durch dieSpekulationen der menschlichen Weisheit verstümmelt, zum Götzen-dienst verwandelt werden.
Das Ziel der Studien besteht in Wort und Dingen oder in Redeund Denken oder, wie andere wollen, in Beredsamkeit und Weis-heit. Die Schulen und die Wissenschaften lehren, gut und in derSprache zu reden, die außerhalb des gemeinen Gebrauchs ist. DieDinge und ihr Nutzen, die auch selbst durch die Studien der Wissen-schaften gelehrt und gepflegt werden, bewegen sich entweder umdie Religion, die uns zu Gott, dem Schöpfer, zu seiner Kenntnisund zur wahren Verehrung führt und die Belohnungen für recht-liche Handlungen, die schweren der Gottlosigkeit in diesem undjenem Leben folgenden Strafen zeigt und vor die Augen stellt undso den Geist berücksichtigt, oder um die Erhaltung der mensch-lichen Gesellschaft, auf die alle Schriften aller Philosophen ge-wichtet sind (hierbei spricht er alle Wissenschaften durch), die ent-weder rechtlich zu leben, niemand zu verletzen, jedem das Seinezu erteilen lehren („iurisprudentia, ethica, dialcctica, historiae etaliae diseiplinae") oder des Menschen Natur, Kräfte, Krankheitenund ihre Zeichen und Ursachen darstellen, die dem Menschen be-vorstehen können („modica facultas, physica, mathemata et multaeauae artos, arithmetica, musica, goometria, astrologia").
Um aber dieses Ziel der Studien zu erreichen, sind, wennLottes Gnade dazu verhilft, hauptsächlich vonuötcn /id^aig, aom/-ai S, <pvm<;. Zur /id^aig oder Lehre muß die eifrige, treue undumsichtige Sorge der Obrigkeit kommen, daß sie nämlich ihrer'lugend solche Lehrer vorsetze, die sowohl durch Frömmigkeit alsdurch Gelehrsamkeit andere übertreffen, so lehren, daß Gott An-genehmes und den Menschen Heilsames geschehe, und so leben,daß ihre Sitten nicht von Gelehrsamkeit und Wissenschaften ab-gehen. Die Lehrer müssen jedoch so liberal genährt werden, daßK, o sich den Studien hingeben können, damit sie nicht über dieFrenzen ihres Berufs hinaus für sich und die Ihrigen Lebens-unterhalt und Kleidung auf wenig passende Weisen zu suchen ge-zwungen seien. Man muß sie auch durch die obrigkeitliche AutoritätS°gen Unverschämte schützen.
Zu dem erwünschten Gange, Ende und Ziel ist dann aoxijois,<'• h. Tätigkeit und Übung, erforderlich, die teils in der Sorgfalt der