3H) Einsetzen des Niedergangs der Schule.
Lehrer, teils der Schüler, teils auch in dem Zusammenwirken (av-fvyt'a) der Eltern, Vormünder, Pfleger, Herren und Beschirmer mitden Lehrern besteht.
Aber weder Lehre noch Fleiß genügen allein, cpvoig mußhinzutreten, natürliche Neigung und Vorliebe für die Studien beidem Schüler.
Die drei folgenden Erfordernisse endlich bewegen sich umdie Personen der Lehrer wie der Lernenden und ihre Pflichten. Vondiesen besteht das eine in der Lehre, das andere in dem Lobenund in den Sitten. In der Lehre werden Kürze, Leichtigkeit, undAusdauer verlangt. In Leben und Sitten möge der Lehrer oderPädagoge das beobachten, daß er qpdoftedg sei, d.h. daß in ihmder Eifer der Religion brenne, daß er nicht bloß in der Schule diegöttliche Verehrung lehre, sondern auch andere eifrige Lehrer höre,den heiligen Predigten und den religiösen Zeremonien gern beiwohne,durch sein Beispiel andere zur Liebe und Verehrung Gottes und seinerDiener einlade und in seinem ganzen Leben deutliche und sichereZeichen, Zeugnisse und Beweise seinen' Frömmigkeit darbiete. Mitder Frömmigkeit möge er i'jthy.rjv vorbinden. Es sei in ihm mildeund linde Strenge. Aber auch vorsichtige Beobachtung der Geisterund der Naturen: wie sie jedem Regierenden, so ist sie in derSchule ganz besonders nötig, damit er nicht freie und knechtischeGeister unterschiedslos behandele; denn jene werden durch Zureden,diese durch Schläge gezogen. Zur Ethik des Lehrers, Schul-meisters und Doktors gehört auch Vermeidung der nolvnQayfxoavvi}-Der Lehrer bekümmere sich nur um das Seine und mische sichnicht über die Grenzen seines Berufs hinaus in fremde Angelegen-heiten, noch versinke er durch Hingabe an Vergnügungen in Un-tätigkeit, noch mache er sich als yilonönis zum Gesprächsstoff fürdas Volk.
Von einem Schüler wird fast dasselbe gefordert wie von demLehrer, da er dessen unablässiger Nachahmer in Lehre und Lebensein muß.
Durch die große Wohltat Gottes und der erlauchten Herzögevon Licgnitz und Brieg ist diese Goldberger Schule so eingerichtet,ausgestattet und unterhalten worden, daß ihr nicht nur dieses Her-zogtum, nicht nur Schlesien, nicht nur Deutschland, sondern auchdie Gegenden und Lande anderer Völker sehr viel verdanken.Wieviel Männer hat sie, bei Gott, nach den verschiedenen" Klimatender Welt wie ein durch Fruchtbarkeit an Schößlingen überreicherGarten, welchen Haufen durch das Lob der Frömmigkeit, Bildung