3(J0 Einsetzen des Niedergangs der Schule.
und schließt mit den Worten Melanchthons, des Fürsten aller Ge-lehrsamkeit und Bildung: wie einst Scipio At'ricanus zum Kom-mando eines Lagers, so sei Trozendorf zur Leitung einer Schulegeboren gewesen. Goldberg, wenn auch klein und unansehnlich,war damals der gelobteste Ort Schlesiens. Von hier strömten, nichtwie aus dem trojanischen Pferde, denn das wäre für die Mengezu eng gewesen, sondern wie aus einem Bienenstock, der immerwieder neue Generationen erzeugt, ausgezeichnete Männer in alleBerufe und Stände dos öffentlichen Lebens. Einen so großen Mannnachzuahmen, bleibe ein frommer Wunsch. Die ihm nachfolgten,sonst vorzügliche Männer und reich an Lob der Gelehrsamkeit unddes Fleißes, haben, je näher sie ihm noch waren, die Schule oderdas Bild seiner Schule voller festgehalten, je weiter von ihm ent-fernt, um so schwächer, bis die Sache zum Schatten wurde und inden Zustand kam, in dem sie sich jetzt befindet. Leere herrschtin den schönen, durch die Freigebigkeit der Fürsten neu geschaffe-nen Räumen, wenige bewegen sich in den Korridoren und wenigegenießen die Wohltat der Fürsten. Das ist aber nicht die Schuldder Nachfolger jenes hochberühmten Mannes, sondern teilweise derUngunst der Zeiten und teilweise eines besonderen Grundes. Aller-dings hat die Schule auch zu Trozendorfs Zeit unter Hungersnotgelitten, sie ist durch die Pest zerstreut worden und mit der Stadtin Flammen aufgegangen und hat die Wanderschaft antreten müssen.Nicht sogleich und vollkommen konnte sie sich erholen; Bart, nunBürgermeister, legte zuerst Hand an zur Besserung und dann Thabor,der um die Schule hochverdiente und an Gelehrsamkeit und FleißTrozendorf am nächsten kommende Mann, flößte ihr allmählichwieder neues Leben ein, und doch blieben noch manche Nach-wehen von dem überstandenen Siechtum zurück. Dazu entstanden,wie das vorher nicht der Fall war, in der Nachbarschaft und inganz Schlesien viele Schulen, die auch Berühmtheit erlangten, undweil das Licht des göttlichen Wortes sich über Deutschlands Grenzenhinaus, nach Böhmen, Ungarn, Polen und den andern Nachbar-reichen und zu den Völkern verbreitete, hatten diese das nun zuHause, in der Heimat, was sie früher aus einem einzigen Orte inSchlesien weither holen mußten. Diesen könnten zum Nutzen vonGoldberg die ihnen zum Heile dienenden, wohleingerichteten, auf-blühenden Schulen nicht wieder genommen werden. Daher sei esauch nicht wunderbar, daß die Goldberger Schule niemals wiederdie alte Bedeutung ganz erreichte und zwischen Erheben und Zu-rücksinken schwankte, bis sie zu schwinden und schwach zu werden