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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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301
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(Jriiger als Rektor in Goldberg. ;j<) |

anfing, obgleich sie hochgelehrte, arbeitskräftige und auf die He-bung der Schule mit allem Sehnen bedachte Rektoren hatte. Esfehlt die Nahrung von außen her, es fehlt die Luft, die einst wehte,die frühere Lage der Dinge ist weg, die günstige Gelegenheit ver-schwand: jetzt sind andere Sitten, unähnlich ist die Denkweise derMenschen, verwandelt das Wesen der Orte, geändert sind dieZeiten. Es fohlen jetzt der Goldbergcr Schule „grandes ac bar-buti homines et innumera finitimorum et a longinquis ignotaequelinguae gentibus profectorum multitudo".

Gewiß würden jetzt solche kommen, die den neuen Rektornicht mit seinem Maße, sondern nach fremdem messen, die Tro-zendorfs Leistungen und Erfolge von ihm verlangen oder in ihmeinen zweiten rettenden Thabor erblicken („Non possumus omnesesse Trocedorffii, non Thaburni", sagt er an einer andern Stelle)und die guten Seiten anderer, in ihm vereint, suchen würden, undkaum fände man eine Schule, bei der soviel Beispiele des Lobes,soviel Zierden an Schultugenden wie unter den früheren Rektorender Goldbergcr Schule, die zwar auf wenig Schüler zurückgekommenund unansehnlich geworden, aber an Kostbarkeit des Namens undan den besten Vorzeichen überreich sei. Das bedrücke ihn undgebe ihn dem Zweifel preis, ob er das, was man mit Recht vonihm fordere, auch zu leisten imstande sein werde.

Damit hat er den Übergang zu der Darlegung, wie es ge-kommen sei, daß er die Stellung übernommen habe, daß sie ihmehrenvoll angeboten und übertragen worden sei und daß er darinden Ruf Gottes erblickt habe und zu befolgen meine. Er danktdem Fürsten, der mit seinem Gefolge gekommen sei, um ihn per-sönlich einzuführen, und überschüttet ihn mit Lob wegen seinerVerdienste um die Schule. Mit einem langen Gebet, in dem erzuerst des Gründers der Schule, Friedrichs IL, und dann des»Weiten Wohltäters, Friedrichs IV., gedenkt und Gottes Schutz undGnade für die Schule anruft, schloß er die Feier.

Bei dem festlichen Mahle, das den Fürsten, seine Begleiter,den Rat und die Angeseheneren der Stadt und die Lehrer vereinte,°rsuchte der 68 Jahre alte S. von Zedlitz und Neukirch, der einstac ht Jahre Trozendorfs Schüler in Goldberg gewesen war, Crüger,die Rede, worin er den unvergeßlichen Trozendorf so herrlich ge-priesen habe, zu drucken und sie dem Herzog, aber auch den^nden des Herzogtums zu widmen. Dem Druck 1 ) haben der

') Crugerius, R, Oratio ad illustrissimum prineipem Du. Fridericum,ßueem Legnicensem, &c. amplissivnos eius Prouinciae ordines: De difficultate