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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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257
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Cirklers Rektorat. 257

Glückwünsche von P. Melissus, S. Stenius, J. Grater, M. Adam unddem eben als Dichter gekrönten Mag. D. Pareus aus Frankensteinverhieß. Dr. Scultetus war später, 1611, Prokonsul und Syndikus inLiegnitz.

Schon am 27. Aug. 1582 gab er seine Goldberger Stelle auf,nachdem er sie bereits am 7. April aufgesagt hatte 1 ), von HerzogGeorg II., der bis dahin sichtlich noch keinen Verdacht gegenseine lutherische Rechtgläubigkeit geschöpft hatte, auf Grund derfrüher eingegangenen Verpflichtung nach Brieg als Nachfolger desMag. P. Sickius zum Rektorat 2 ) der 1569 dort gegründetenScholaillustris", dos heutigen königlichen Gymnasiums, berufen. Erst imOktober traf er, durch eine Erkrankung aufgehalten, mit zahl-reichen Schülern in Brieg ein. Sein zweiter Brieger Nachfolger, derschlesische Chronist J. Schickfus, erzählt 3 ), daß man in Brieg ihmnoch zu seiner Zeit mit Verwunderung nachsagte, was für einegroße Autorität und Nachdruck er gehabt habe. Unter ihm blühtedie Schule auf, sein Ruf als Bildner junger Adeliger führte vielvornehme Knaben nach Brieg.

Der Herzog Georg hatte Sicke abgestoßen, als er Cirklerbereit fand, das Rektorat anzunehmen, und er bedauerte es nicht.Am 1. Dez. 1583 äußerte er, daß sich unter seiner Leitung dieSchulebis anher so vermehret, daß wir hoffen, es sollen darbeiGott zu Lob und Ehren und zu besserer Bestellung beider desgeistlichen und weltlichen Regiments, auch sonsten ihnen selbestund den Ihren zu Aufnehmen, Ehren, Nutz und Wolfart mitbesonderer unserer Behegligkeit viel vornehmer und anderer guterLeute Kinder erzogen werden".*)

Aber auch hier stieß er endlich mit seinem Glauben an, undder Herzog Georg, der ihn, wie wir gehört haben, schätzte, ihndeshalb nach Brieg gezogen hatte und bisweilen seinem Unterrichtbeiwohnte, zögerte trotzdem nicht, als Hüter der reinen lutherischenLehre gegen ihn einzuschreiten, als er bei der Erklärung desExamen Philippi bis zur Lehre vom Abendmahl gekommen undwegen seiner Behandlung in den Verdacht des Kryptocalvinismusgeraten war. 5 ) Mit noch vier andern Kollegen, L. Besler, J. Pau-lonius, M. Tilesius und J. S. Schröter, wurde er am 23. Jan. 1584 vor

') St. B.-Br., Bart fol. 210b.

2 ) Schreiben Georgs II. an Friedrich IV. vom 1. Dez. 1583 (s.u. .Nachträge").

3 ) Schickfus 4, S. 74.

') Schreiben Georgs II. an Friedrich IV. vom 1. Dez. 1583 (vgl. Anm. 2).") St. B.-Br., Rhediger IX, N. 277.

Monumonta Gormiuiine Paedagoi'ica I.VII 1'