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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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258
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258 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

den Herzog zitiert, und da ihre Antworten nicht der ersten Redaktionder Confessio Augustana entsprachen (Cirkler reichte sein Be-kenntnis außerdem schriftlich ein), wurden sie sämtlich entlassenund aus den briegischen Landen verwiesen. Nur Tilesius wider-rief unter dem Einfluß seines Vaters Balthasar, der als Pastor inHirschberg den Rektor Ch. Schilling als Calvinisten vertriebenhatte, und wurde nicht nur wieder zu Gnaden angenommen, sondernbald auch zum Nachfolger Cirklers gemacht. Der Herzog warschwer aufgebracht, als er erfuhr, daß durch einen Schüler namensHedwiger eine Abschrift von Cirklers Bekenntnis, die von demFamulus Steinberg herrührte, nach Goldberg gekommen sei, undließ nachforschen, ob dies auf Cirklers Befehl geschehen wäre. 1 )

3. Cirklers Lebensausgang und Testament.

Da es Cirkler seine Mittel erlaubten, ohne Amt zu bleiben(er war nicht verheiratet), so zog er sich ganz aus der Öffentlich-keit zurück, um still für sich und seine religiösen Anschauungenzu leben, denen er sich nun ganz hingeben konnte. In seinenletzten Tagen pflegte er sich, wenn er in Schlesien war, in Liegnitzaufzuhalten und hatte die Absicht, sich dort ganz niederzulassen,hielt sich aber so zurückgezogen, daß selbst viele Liegnitzer esgar nicht wußten, daß er in der kleinen Stadt wohnte. 2 ) Im all-gemeinen führte er sonst ein ziemlich unstätes Dasein und warvon der schlesischen Heimat vielfach fern. Auch hierin ging erseinen religiösen Bedürfnissen nach.

Sogleich von seiner Brieger Entlassung ab pflegte er ziemlichregelmäßig nach der reformierten Pfalz, nach dem ebenfalls refor-mierten Zerbst oder nach Mähren zu den rechtgläubigen Brüdernzu reisen, um mit Gleichgesinnten am Gottesdienst und Abendmahlals ein wahres Glied der reformierten Kirche" teilzunehmen. Sosteht er, wenn auch durch Schreiberhand entstellt, ohne Gebühr,d. h. als Geehrter, 1584 in der Matrikel der Universität Heidelberg,und aus dem J. 1591 ist ein Brief K. von Zierotins aus Brandeis ander Adler erhalten 3 ), worin ihm dieser sanfte Vorwürfe wegenseiner heimlichen Abreise und seiner allzugroßen Bescheidenheitmacht, ihn seiner Liebe versichert und ihm 200 Taler auf den

') St A.-Br., F. Liegnitz III 9 b.

2 ) St.B.-Br., Rhediger XVIII, N. 54 u.113.

') Chlumecky 2, S. IIIII.