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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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256
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256 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

Observanz der Lehren Luthers, auch nach der Vorliebe für astro-logisch-astronomisches Wissen war er ein echter Sohn seines Vaters.Ein tüchtiger, anregender Lehrer ist er jedoch nicht gewesen. 1 )

Die andern Lehrer blieben, und es ist gewiß als ein deutlichesZeichen des Eückgangs der Schule zu betrachten, der durch dieunzweifelhafte Tüchtigkeit Cirklers nicht abgewendet werden konnte,daß weder die erledigte zweite noch die ebenfalls freie dritte Stelleneu besetzt wurden. Der Rückgang muß sich besonders in denoberen Klassen geltend gemacht haben, da diese beiden Stellenin der Hand von Magistern zu sein pflegten. Wenn der jüngereThaburnus 1586 bei der Ausgabe derPiae Meditationes" seinesVaters sagt, zur Zeit Trozendorfs und seines Vaters habe die Schulelaudem puritatis vcrae doctrinae" gehabt, so heißt das doch wohl,daß dies nach Thaburnus, d. h. zur Zeit Cirklers, nicht mehr derFall gewesen sei. Für das Zeitalter der engen Gewissen war dasein Grund, daß lutherische Eltern ihre Kinder aus Goldberg weg-nahmen oder nicht dorthin schickten. Da der Religionsunterrichtdamals in der Schule eine so wichtige Rolle spielte, war einsolches Verhalten auch vollkommen erklärlich und berechtigt. Daßaber Cirkler mit seinen Anschauungen nicht schroff und heraus-fordernd, sondern gelind und vorsichtig hervorgetreten ist, beweistdie nächste Folgezeit. Direkte Äußerungen über seine Wirksamkeithaben wir sonst nicht, außer daß 1599 seiner in öffentlicher Redein der Schule von M. Laubanus gedacht wurde, derCirclerifacunda eruditio" lobte, und daß er durch sein Urteil über diegute Begabung und die Geschicklichkeit zum Studium des zu-künftigen Liegnitzer Landeshauptmannes und Wohltäters der SchuleW. von Rothkirch, der als sein Schüler noch nicht zehn Jahre altwar, die Eltern vcranlaßte 2 ), ihn studieren zu lassen. Ein anderernamhafter Goldberger Schüler von ihm war K. Scultetus ausGreifenberg 3 ), der am 11.März 1589 zu Heidelberg in der Matrikelerscheint und dort am 26. Febr. 1590 Magister wurde. Er studiertedann Jura, besonders unter dem Jtaliener J. Pacius a Beriga ausVicenza. Nachdem er in Breslau zu Ansehen gelangt war, begaber sich zu der Zeit, wo M. Laubanus in Goldberg lehrte, nachBasel, um Doktor der Rechte zu werden. Laubanus begleiteteihn mit einer Ode, die der eignen Sehnsucht nach dem Rheinund dem Neckar Ausdruck gab und dem Freunde die poetischen

') S. hier weiter unten am Ende des Rektorats ron Sicke den BrieAuleanders und Feiges.

') Grunaeus 131. Gij, Gijf. 3 ) Laubanus, Musa. Oden III, !