L. Cirkler, sein Bildungsgang und seine Berufung. 253
Daß Cirkler sich dem Rufe des Herzogs und der Stadt nun nichtmehr entziehen konnte, wird der zweite Brief lehren.
„Edler, wohlgebohrner Herr, gnädiger Herr!
Ew. Gnaden sind unsere demüthige und gantz willige Dienstemit besonderm Pleiße jederzeit zuvoran bereit. Gnädiger Herr,E. Gn. sind unterdienstlichen berichtet worden, daß der durchlauchteund hochgebohme Fürst und Herr Herr Friedrich, Hertzog inSchlesien zur Liegnitz, Brieg und Goldberg, unser gnädiger Fürstund Herr den ehrbahren, wohlgelehrten Laurontium Cirklern alsJ. F. Gn. getreuen Erbunterthanen zu einem Rectore in diese fürst-liche Schulen anhero vociret. Weil aber der Circkler Sr. Gn. mitDiensten verhafft, werden wir berichtet, daß ihne E. Gn. nochzur Zeit nicht urlaubet, sondern diese Sachen in ferneren Ratschlagzu nehmen, hinter sich gezogen. Demnach aber, gnädiger Herr,sichs ansehen lasset, als diese Handlung sich lange verziehen möchte,aber hoch vonnöthen seyn will, diese weitberühmte Schule wiederummit einem tüchtigen Manne zu bestellen, weil nicht allein dem LandSchlesien und andern vielen anstoßenden Ländern und vielen tapfernansehnlichen Leuthcn ihrer Kinder halben an dieser Schule vielgelegen, der Circkler, E. Gn. Diener, in derselben erzogen und gutteGelegenheit für einen Fremden hierum weiß, dem Circkler auchfür seine Person sowohl vielen ehrlichen Leuten hiermit wohl ge-dienet, solches auch des lieben Gottes Ehre, Kirchen und Schulenanlanget, so zweifelts uns gar nicht, E. Gn. als der christliche undhochverständige Herr werden diesen Sachen selbst gnädig nach-dencken und offtgedachten Circkler auss gnädiger Intercession unsersgnädigen Fürsten und Herrn, weil er auch J. F. Gn. Erbunterthaner,loßlassen.
Damit aber auch E. Gn. auch dißfals nicht dürfen beschweretWerden, so haben wir Zeigern, unserm Abgesandten Befehlich gethan,E. Gn. Schreiben und Loslassung an mehrgedachten Circkler selbstnach Strasburg zu führen.
Da aber E. Gn. auch derselbten geliebten Sohn, den jungenHerren, bey diesem Mann gern wißen wollten, könten E. Gn. ihn^t ihm anhero schicken. Dann auch sonsten in dieser Schulen,'ninassen E. Gn. sonder Zweifel gnädig wissen, Grafen, Herren undv iel ansehnlicher Leute Kinder zu seyn und studiren pflegen. "WirSollten auch, gnädiger Herr, mit allem Fleisse darob seyn, damitdem jungen Herren eine tüchtige und gutte Herberge verschafftwürde, auch einen solchen Tisch bestellen, auf dass E. Gn. damit