Druckschrift 
Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
Seite
252
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

252 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

hierbei mit einem bemerkenswerten Eigensinn, aber man hatteGrund, rasch und fest vorzugehen. Bei dem Tode des Thaburnusbestand das Lehrerkollegium aus Mag. Q. Tlolmrich, Mag. P. Jungius,Mag. D. Mramerus, Joh. Scholz, dem Kantor G. Werner, dem Kate-cheten, und M. Ashelm, dem Sukzentor. Helmrich, der Vertreterdes Rektors, starb am 16. Sept. 1580, am 10. desselben Monatswar der Tertius Mag. D. Mramerus verschieden, und Jungius warschon am 10. Juli als Lehrer nach Mcseritsch in Mähren gegangen,sodaß nur der Kantor, der Katechet und der Sukzentor übrig blieben ;die Oberstufe entbehrte durchaus qualifizierter Lehrkräfte, und dasmußte natürlich die Geltung und den Besuch der Schule schwerschädigen. Denn was hatte sie dann noch für Anspruch auf denNamenSchola illustris"? Bart schrieb niedergeschlagen *) in seinHausbuch:habuit tunc ordinarium neminem. Quo fato haec fiant,dies dabit." Daher erklärt es sich wohl, daß man mit Gewalt-maßregeln gegen Cirkler vorging, um ihn zur Annahme des Rektoratszu zwingen. Dabei wußte weder der Herzog noch der GoldbergerRat, wes Geistes Kind Cirkler unterdessen geworden war; mansetzte eben, was man von ihm wünschte, stillschweigend an ihmvoraus, und um sich seine Freiheit zu wahren, seine kirchlicheStellung vor den beiden wohlmeinenden Bedrängern offen darzu-legen das hätte vielleicht, wie wir sogleich verstehen werden, fürCirkler bedenklich ausgehen können, zögerte er, sein Bekenntnisbekannt zu geben.

Es gingen am 1. Juli zwei Schreiben, begleitet von einemPrivatbrief Barts, an Cirkler ab 2 ), die Vokation des Herzogs Fried-rich IV. von Liegnitz und eine freundliche Einladung des Gold-berger Rates. Cirkler antwortete ablehnend, indem er darauf ver-wies, daß er J. von Zierotin verpflichtet sei und daß dieser ihmvorläufig die Entlassung noch nicht erteilen wolle. Darauf sandteder Rat unter dem 17. Okt. 1579 durch einen besonderen Boteneinen Brief an Zierotin mit der Bitte um die Entlassung Cirklersund mit freundlichen Anerbietungen. 3 ) Der Bote sollte aus Mährengeradenwegs nach Straßburg gehen. Als auch dieser gütliche Ver-such ohne Erfolg blieb, erhielt Cirkler mit einer peremptorischenZitation des Herzogs eine ebenso peremptorische Zitation des Rates.*)Wir lassen das Schreiben des Rates an Zierotin und das letzte anCirkler als merkwürdige Aktenstücke zur Schulgoschichte folgen.

') St. B.-Br., Bart fol. 203. *) St. B.-Br., Wenzel.

') Ebenda. 4 ) Ebenda.