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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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L. Cirkler, sein Bildungsgang und seine Berufung. 249

erteilen ließ, war Lorenz Cirkler mit als Zeuge zugezogen. DieGoldberger Bürgerschaft mußte nach der Meinung Georgs IT. überdiese Sache auch gründlich aufgeklärt werden. Er ließ eine In-struktion J ) für seine Abgesandten A. Bock von Hermsdorf, denHauptmann zu Goldberg, den königlichen Rat S. von Zedlitz undNeukirch und L. Cirkler,unserer geliebten Kinder Praeceptor",denen noch Geistliche beigegeben wurden, abfassen (23. Sept. und8. Nov. 1563), in der etwa das Folgende steht: es sei dem Herzogkund geworden, daß der gewesene Pfarrer und der Kaplan zumGoldberg und andere ihn unter die Leute brächten, daß er mitGeben der Abschiede wegen des goldbergischen Falles, der sichmit Christoph Grimm, sonst Eichscholz genannt, im vorschienenen62. Jahre begeben,"dem Ministerio zunahe getreten sei. Er trügekeine Scheu wegen dieser Handlung und männiglich könne davonein Wissen haben. Die Gesandten sollten den Rat, die Professoren,Scheppen, Ältesten, Geschworenen und die ganze Gemeinde zu-sammenrufen und ihnen alle Akten, wie sich die von Anfang bishieher zugetragen hätten, öffentlich vorlesen lassen. Da schien einanderer Fall Cirklers Bekenntnis bloßstellen zu sollen. Der Diako-nus E. Tribauer hatte auf der Kanzel ein Gebet gehalten, das Cirklerzu Bedenken Anlaß gab. 2 ) Es kam zu Verhandlungen über dieAbänderung des Gebets, aber kein Friede trat ein, da Cirkler auchein zweites Gebet beanstandete. Eine Kommission, aus den RätenCh. von Seibottendorf, Hauptmann zu Biieg, Dr. G. Lassota, Geh.Rat und Kanzler, Dr. L. Heugel, A. Gefüg von DeHerdorf, G. Wentzkivon Petershaide, dem Superintendenten und Hofprediger Th. Tann-holzer und dem Pfarrer zu Schwanowitz und Senior im BriegischenWeichbild J. Felbinger bestehend, entschied, Tribauer und Cirklersollten diesen Handel weder öffentlich noch heimlich weiter regenoder eifern. Über das erste Gebet, da es Tribauer geändert habe,solle nicht mehr disputiert werden. Das zweite Gebet solle Tann-holzer als Superintendent mit etlichen Seniores und andern gelehrtenTheologen übersehen und überlegen, und wenn sie befänden, daße s schriftgemäß sei. möge er es dem Volke vorsprechen; wo abernicht, sollten sie es nach Bedürfnis ändern.

Nachdem Cirkler am Herzogshof seine Pflicht zu aller Zufrie-denheit erfüllt hatte und von Herzog Georg verpflichtet worden war 3 ),si ch später nochmals, falls man seiner Dienste für die herzogliche

') St. A.-Br., Rep. 21 F. Brieg. III 18E, fol. 95b.

2 ) Ebenda III 18 F, fol. 159.

3 ) Schreiben Georgs II. an Friedrich IV. vom l.Dez. 1583 (vgl. u.Nachträge").