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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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248
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248 Einsetzen des Niedergangs der Schule.

Student Aufnahme in dem Album von Wittenberg., Hier wurdesein namhaftester Lehrer Melanchthon.

Ohne durch eine Promotion abzuschließen, verließ er etwa 1558mit einer guten gelehrten Bildung die Universität, übernahm alsLehrer eine Stelle an der Goldbergcr Schule l ) und war gleichzeitigPrivatlehrer der Söhne des brandenburgischen Rentmeisters, desSchenks, des obersten Frankfurter Stadtschreibers und anderer Kin-der von Adel und aus Städten. Schon 1560 wollte er zur Fort-setzung seiner Studien wieder die Universität beziehen, doch Her-zog Georg II. von Brieg, der Pfandinhaber von Goldberg, bewogihn durch seine Räte Dechant J. Wentzki und Dr. A. Heugel, nochbis Ostern 1561 zu bleiben. Im Januar 1561 bat er dann noch-mals dringend den Herzog um seine Entlassung für Ostern, ummit seinen Zöglingen ihm wegen seiner geringen Mittel sonst un-zugängliche Universitäten aufzusuchen. In der Folge übergab ihmder streng lutherische Herzog seine Söhne Joachim Friedrich undJohann Georg zum Unterricht.' 2 ) Der Herzog gewann Zuneigungzu ihm, obwohl er, wie aus seiner Einwirkung auf seine Schülerhervorgeht, mindestens schon als Philippist nach Brieg gekommenwar, und von den herzoglichen Söhnen hing besonders JoachimFriedrich dauernd mit treuer Liebe an seinem Lehrer und machteihn, als er die Regierung angetreten hatte, zu seinem Rate. AlsAusdruck des Vertrauens, das Georg II. in ihn setzte, kann mauCirklers Mitwirkung bei der Entscheidung des Herzogs über die Ver-weigerung des Goldberger Pastors G. Tilenus und seines Diakonusansehen, dem verworfenen Knappen Ch. Grimm, Eichscholz ge-nannt, auf dem Sterbebett das Abendmahl zu reichen. Der Herzogsah in den Schwierigkeiten, die ihm seine ganze Geistlichkeit machte,eine Antastung seiner landesherrlichen Itechte und in dem Ver-halten des Tilenus und des Diakonus die Anwendung der vorher-gehenden Exploration oder Beichte calvinischer Weise und gebotunter Androhung der Entlassung den Kirchendienern, bei ihrenKirchenkindern gebührenden christlichen Fleiß zu verwenden, damitsie dieselben auf ihr Begehren ohne Vorbitte, Trost, Absolutionund Darreichung der heiligen Sakramente nach gewöhnlichem christ-lichen Bericht, doch ohne Exploration, nicht versterben ließen. Beidem mündlichen Bescheid 3 ), den er am H.Juli 1563 den Geist-lichen der Weichbilder von Brieg, Ohlau, Strehlen und Nimptsch

') S. o. S. 179.

a ) S. die folgenden Anmerkungen. Gillet'2, S. :> r >4.

') St. A.-Br Rep. 21 F. Brieg. III 18 B, fol. 88.