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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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229
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Das Lehrerkollegium in Thabors Zeit. 229

Z. Bart hat sich wie Heniochus nicht durch hinterlassene literarischeoder pädagogische Denkmäler der Nachwelt ans Herz gelegt; einpaar Verschen in seinem für uns sonst so wichtigen Hausbuch, diedazu nicht immer den Regeln der Kunst entsprechen, zeigen seineeigene bescheidene poetische Ader, und der prosaische Stil des-selben Buches läßt ihn auch nur als mäßigen Lateiner erscheinen.Er war aber gewiß einer, der seine regelmäßige Arbeit unver-drossen leistete, bis ihn seine bürgerliche Tätigkeit der Schule ent-zog. Aus den Jahren 1566 und 1567 haben wir die Erinnerungeines Schülers an ihn und die Schule, des bekannten LiegnitzerMarschalls H. von Schweinichen. Dieser erzählt 1 ) in seinen Denk-würdigkeiten:Anno 66 Donnerstag nach Cantate bin ich vonmeinem Herrn Vätern in die Schule zum Goldbeig gcthan worden,daß ich allda habe studiren sollen. Habe meine Stube im Collegiumgehabt neben Christoph Kreckwitzen zu Wirrwitz aus dem Glo-gischen. Unser Paedagogus ist gewesen Balthasar Tecke von Glogau,ein gelehrter Mann. Bei Hans Helmerich hin ich zu Tisch gegangen,habe bei solcher Schulen auch ein groß Vortheil gehabt, dannmich alle Praeceptores wegen meines Herrn Vätern hoch und werthhielten. Ward fleißig unterwiesen, daß ich auch innerhalben5 Vierteljahren, zu dem, was ich vor konnte, lernet, daß ich dies,was meine Nothdurft, Lateinisch reden, ein Argument auf einenhalben Bogen machen konnte, und doch die Zeit über zu Gold-berg nicht einen einigen Schilling [Tracht Schläge] erlanget, außerdaß mich Magister Barth, welcher mich sonderlichen in Acht nahm,mit einer Ruthe auf die Hände schmiß [schlug], da ich sollte denTerentium rccitiren, welchen ich dieselbige Stunde nicht gelernthatte, sagend: Lernet ein andermal oder ich werde euch die Hosenunterziehen." Wir kennen Bart auch durch Claius als Lehrer desTerenz und derBucolica" Vergils wie der lateinischen Syntaxfür die Anfänger. Laubanus sagt von ihm nach 1568, daß er dieälteren Schüler abwechselnd im Rechnen und in Sphäristik unter-richtet habe. 1560 war er bereits in den Rat der Stadt aufge-nommen, 1566 hatte ihn Georg IL sogar zum Bürgermeister ge-macht, und er blieb es bis 1568; 1569 erhielt er durch Heinrich XLdieselbe Stellung und behielt sie bis 1571. 1573 wurde er wiederBürgermeister und diesmal für fünf Jahre. Wann er aus der Schuleausschied, sagt er in seinem Hausbuch nicht. Fast bis zu seinemLebensende am 11. Jan. 1612, hat er im städtischen Dienste an

') Schweinichen S. 21.