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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Thabors Werke und Leben. 221

wagen setzen, der durch eine Plane gegen Wetterunbilden ge-schützt wäre, und so ohne Gefahr für sein Heil und seine Gesund-heit zu dem Theologenkonvent kommen. Er solle durch seineAnwesenheit das Colloquium oder die Disputation schmücken undehren und sie durch seine gelehrten Auseinandersetzungen erleuch-ten und belehren. Er ließ sich aber durch die gleisnerischen Lobes-erhebungen nicht dazu überreden, sich selbst ans Messer zu liefern.Man entschuldigte ihn, aber der zähe Illyricus drängte wegen seinerSache, und daher schrieb man aufs neue im Namen aller Theo-logen an Thabor, Illyricus suche nichts anderes als eine Disputa-tion und bitte deshalb dringend, wenn er wegen seiner Gesundheitnicht anwesend sein könnte, möchte er wenigstens zulassen, daßdie Deputation in die Goldberger Schule verlegt würde, Illyricuswürde sich bald und gern dorthin begeben und als Respondentauftreten. Aber auch das schlug Thabor, der wohl die bekannteRücksichtslosigkeit des Flacius fürchtete und über die Lage desvielgehaßten Mannes nichts wußte, ab, doch in bescheidener FormUnd unter dein Yorwand, die Disputation würde vielleicht nichtsicher sein, obgleich von den Seinigen für Illyricus nichts zu fürchtenWäre. Er sprach sich allerdings grundsätzlich gegen die Lehre desFlacius von der Erbsünde aus, weil sie Gott zum Urheber einesessentialia mali" mache. Illyricus antwortete darauf schriftlich;Thabor schwieg sich aus. Als Illyricus alle Hoffnung auf eine Dis-putation vereitelt sah, begab er sich, durch den vornehmen Namenbewogen, nach dem Hause Langenau zu Frau Magdalena von Kittlitz,der "Witwe Balthasars von Schaffgotsch. Als diese von seiner An-kunft benachrichtigt wurde, lud sie alle ihre Pastoren zu sich und,soweit sie sie in der Eile erlangen konnte, auch fremde, z. B. denPastor in Ilirschberg B. Tilesius, die mit dem Gaste freundlichsprachen. Flacius wollte die zahlreiche Versammlung von Theo-logen nicht unbenutzt vorübergehen lassen, er hatte auch die Lähn-hauser mitgebracht und forderte alle zusammen auf, Zweifel irgend-welcher Art oder Ähnliches vorzubringen: er sei bereit, auf allesz u antworten, damit die Wahrheit hervorkomme. Er zielte natür-hch, ohne es auszusprechen, auf die Lehre von der Erbsünde, dieihn gewissermaßen aufs Pflaster gesetzt hatte. Auf die wieder-holten Aufforderungen hin stellten ihm die Pastoren Coler alsOpponenten entgegen, und dieser ging darauf ein. Es begann dieDisputation zwischen den beiden über die Erbsünde. Auch anderetischten sich ein. Am 13. Mai sprach noch Flacius über diecau-8a s, cur doctrina de essentia originalis peccati in ecclesiis diligenter