Thabors Werke und Leben. 219
gegen die Pest, eine Danksagung für den Schutz in Pestgefahr,ein Gebet vor den Schülern nach dem Stadtbrand am 25. Juli 1576,ein Gebet wegen des Kometen, der 42 Tage, vom 11. Nov. bis22. Dez., am Himmel stand, eins über die Gefahren und Kümmer-nisse der letzten Zeit, zwei für das Heil der Kirchen und Schulen,ein Gebet um den Schutz, die Verteidigung, Erhaltung und dasGedeihen der Goldberger Schule, ein für die Verehrer der Wissen-schaften, die Schüler, bestimmtes Gebet, ein anderes Schulgebet,ein Gebet für die geistigen und körperlichen Wohltaten des Lebens,ein tägliches Gebet, eine Umschreibung der Worte „Vespera iamvenit . . .", das Gebet vom G. Cal. Maii 1556, als Trozendorf imSterben lag, das vom 4. Cal. Maii, an dem Trozendorf begrabenwurde, das für die Erhaltung der Schule nach dem Tode Trozen-dorfs, das Dankgebet für die Heimkehr der Schule nach Goldberg5. Cal. Nov. 1556, zwei tägliche Gebete, ein Dank an die Drei-einigkeit, ein Morgengebet des Joachim Camerarius, das Thaboroft gebrauchte, desselben Abendgebet und ein Gebet beim Schlafen-gehen und Aufstehen. Den Beschluß bilden zwei deutsche vonThabor für die Katechumenen, d. h. für die Anfänger im Katechis-mus, geschriebenen Gebete.
Der Herausgeber dieses Buches, das erst 1590 in die Öffent-lichkeit hinausging, war ebenfalls der Sohn Martin, der es schon1587 dem Brcslauer Patrizier Th. Lindner von Grüneiche gewidmethatte. Lindner war in Goldberg Schüler Thabors des Älteren ge-wesen. Unter den zahlreichen Beigedichten von Verehrern Thaborszeichnen sich die gewandten Verse von Dr. G. Tilenus auf seinenTod inhaltlich aus.
Der lateinischen Ausgabe der Gebete ließ M. Thabor der Sohn1594 eine deutsche folgen 1 ), die auch alle genannten Gebete um-faßt. Einen Teil davon hatte er schon in Helmrichs „Katechismus"übersetzt vorgefunden. Diesmal galt seine Widmung Anna, derHerzogin von Liegnitz und Brieg und Witwe des Herzogs JohannGeorg, die eine geborene Herzogin von Württemberg und Teckw &r. Er betonte, daß Anna aus einem rechtgläubigen Hause stamme,•n dem die „unverfälschte Augsburgische" Konfession daheim sei.■"lese antimelanchthonische Äußerung gibt klar die Stellung der•lhaborschen Familie zu den kirchlichen Strömmungen wieder.
') Thabor, M., Christliche Gebet vber die Bontags Euangelia, und fur-nernste Fest, durchs gantze Jahr . . . Lateinisch gestellet. Vnd nu erst durchseinen Sohn M. Martinum Thabor, .. . verdeutscht . . . Gedr. zur Liegnitz durchN - Schneider 1591. (Vgl. u. „Nachträge".)