174 D' e Epigonenzeit der fürstliehen Schule.
vonnüten sei, das ohne ihre Hilfe nicht zur Stelle gebracht werdenkönnte, sollten alle ihre Untertanen, „wie der mann gesessen unddie dozu zwei pf'erden" hätten, je zwei zusammenspannen und sobaldwie möglich eine Fuhre mit Bauholz aus dem Hainwald nach Gold-berg tun. Daß sein früheres Mandat von einigen nicht befolgtworden sei, daran habe er gar kein Gefallen getragen. Noch15(50 aber war das Kloster nicht wieder vollständig ausgebaut. 1 )
Thabor also hatte zwei Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen: denAusbau der Schule weiterzuführen und die Schule aufs neue ausden von Liegnitz mitgebrachten Schülern und den in Goldbergzurückgebliebenen zu organisieren sowie ihr möglichst den altenGlanz wiederzuverleihen. Der Lehrerstab, der ihn umgab und ihmzur Hand gehen mußte, bestand vorläufig nur aus fünf Kollegen.Die erste Stelle hatte nunmehr J. Heniochus inne. G. Hclmrich,der am 5. Sept. das Rektorat in Liegnitz aufgesagt hatte, folgteals zweiter Lehrer zum Quartal Luciae (13. Dez.) nach Goldbergnach. 3 ) Der Liegnitzer Rat gab ihm am 19. Dez. die gewünschteKundschaft, d. h. ein Zeugnis über seine Tätigkeit im Dienste derStadt. 4 ) Z. Bart war der drifte in der Reihe. B. Krumbhorn führtedas Kantorat, und A. Blümel wirkte als Katechet. Diese Lehrer-zahl setzt aber immerhin voraus, daß die Schule bald nicht mehrganz klein war, sondern wieder zuzunehmen anfing, denn eigent-lich fehlte gegenüber dem Stande von 1552 nur der LectorInstitutionum.
Es war keine Kleinigkeit für Thabor, der Nachfolger einesTrozendorf zu sein. Er genoß zwar das Vertrauen Friedrichs III.und Georgs II., doch seine Tätigkeit an der Schule als Mathe-matiker war doch ursprünglich ziemlich einseitig gewesen. Alsaber die Schule in Liegnitz den Gräzisten G. Helmrich verlor, warer für diesen als Ersatz eingetreten und hatte über Grammatikund zwar nach Melanchthon, Isocrates, Lycurg, die „Hecuba" desEuripides und ähnliche Bücher gelesen. s ) Ebenso hatte er hebrä-ische Grammatik gelehrt und einige Psalmen behandelt, so daßsich seine Fächer gemehrt und seine Erfahrungen geweitet hatten.In Goldberg hatte er sich schon früher eingelobt und 1548 dieWitwe des älteren G. Helmrich, Katharina geheiratet, so daß erder Stiefvater des jüngeren Georg geworden war und Grundbesitz
') Im Rektorat des Heimich Paxmann.2 ) St. A.-Li., Acta publica N. 6, fol. 275.') Ebenda fol. 291. 4 ) Ebenda.
'■) Claius, Schola Bl. 06\