Martin Thabor als Rektor der wiederaufgebauten Goldberger Schule. 173
Ampts anlanget, achten wir vor unnoten, das ieme dieselbigeschrieftlicb solte gegeben werden. Domit ehr aber gleichwoll, wienielit unbillich, für einen Preceptor und Schulmeister geehret undgehalten werde, so ist unser Beuehlich, das ihr euch auf einenfordersamen Tagk neben dem Hauptmann czum Goltpergk aldohinbegeben, seine Collegas und Discipulos für euch erfordern undienen anczeigen, das wir gemelten Magister Martinum Thabor aldo-hin zuen einem Schulmeister auf- und angenohmen, ieme auchMacht und Gewalt mitgegeben haben, do er seiner Collegatenirgent einen zue seinem Ampt nicht tuglich befinde, das ehr den-selben apsezen und einen anderen an seine Stelle ordnen möge.Derohalben wollet ienen auflegen und beuelhen, das sie deme alleEhrerbittungk, auch geburlichen Gehorsamb geleisten und sichgegen ieme nicht wiederwertig beweißen und erzeigen ßollen. Doehr alsdann ferner unser Kundschaft oder Bekenntnus bedorfenwurde, soll ieme dieselbe auch mitgetheilet werden.
Was aber die Erbauung der Schulen doselbst betrieft, ist auchunser Beuehlich, ihr wollet ehs mit allem Vleiß besichtigen, wasnoch doran czue bauen ist, und unß dasselbige alsdann czue be-richten nicht underlossen. Dieweile aber dasselbige icziger Czeitnicht woll geschehen khann, werden sie bis auf den Fruling domitGedolt haben müssen. Wir haben auch vornohmen, das NickelSchräm czue Haynau iczlich Gelt, das frembde Leuthe czue Er-bauung dieser Schulen sollen gegeben haben, bein sich haben ßoll.Desselbigen wollet euch bein ieme erkundigen. Welches alsdannauch konnde dorczue gebraucht werden. Was wir sonsten werdenhelfen können, das wollen wir auch zue thuen nicht underlossen.
Zum dritten, der Collegen Besoldung belangend, ist unsergenediger Beuehl, dieweile die Schule billich gefordert wirt, irwollet doselbest in der Rentkhamer die Vorordnung und Einsehungkthuen, das ienen ihre Besoldungk allewege zue einer jeden ge-burenden Zeit vorrichtet und zuegestellet werde, domit sie nichtderohab viele Muhe brauchen dorften. Dornoch ihr euch hapt zuerichten undt vorpringt hieran unseren Willen und Meinung. DatumBriegk am Tage Catharinae Anno im 1556."
Die Bemerkung, daß zur Zeit für den Schulbau wohl nichtsgeschehen könnte, war wegen der Jahreszeit und der bergigenhegend gewiß zutreffend. Aber schon am 5. Jan. 1557 erging einneues offenes Mandat 1 ) an die Getreuen im Goldberger Weichbild.Da zur Erbauung der Kirche und der Schule in Goldberg Holz
') St. A.-Br., F. Liegnitz III 9a.