1 72 Die Epigonenzeit der fürstlichen Schule.'
den Schulen beistehst, die deine Lehre pflegen, und die verdientenStrafen milderst und dies auch durch unser Beispiel gezeigt hast.Denn obgleich du diesen Ort wegen unserer Sünden nach deinemgerechten Urteil durch Feuer furchtbar hast zugrunde gehen lassen,hast du doch anderswo die Herzen Frommer gerührt, daß sie,durch wahre Frömmigkeit bewogen, für diese elende Schulesorgten, ihr eine Herberge gewährten und mit allen Dingen halfen.Nachdem aber durch die Mühe und Hilfe der Guten nach deinemwunderbaren Rate der Schulbau teilweise wieder hergestellt wordenist, hast du die Schule in ihren schon viele Jahre berühmten Sitzwieder zurückgeführt. Für diese großen "Wohltaten sagen wir dirherzlich Dank und bitten dich, ewiger Vater, zugleich, daß du dirwegen deines lieben Sohnes, unsers Mittlers und Fürbitters, diesenOrt empfohlen sein lassest und dir geheiligt wollest, ihn vor allenÜbeln und Gefahren hütest und den Teufel, den Hauptfeind derKirche und der Schulen, zurückdämmest, der durch seine Organe,die Schwärmer und Papisten, unsern Studien mancherlei Fallstrickezu legen trachtet. Gib, daß die Lernenden in deiner Furcht lebenund die nach Lehre und Ehrbarkeit Strebenden Gehorsam undFleiß beim Lernen der Wissenschaften betätigen. Und da die ver-brannte Schule ihren Führer und Lehrer, den ehrwürdigen GreisValentin Trozendorf nach deinem Willen verloren hat, so erweckenach diesem, das bitten wir, andere und leite sie durch denheiligen Geist, daß sie treulich und fleißig der Jugend vorstehenund sie in der nützlichen, notwendigen, heilsamen, von dir gebilligtenLehre unterweisen und unterrichten, daß auch an diesem Orteimmer sei und bleibe eine Versammlung, die deinen Sohn, unsernHeiland, recht erkenne, wahrhaft liebe und mit wirklichem Eifersein Wort zu erhalten trachte. Auf daß immer dein Name ge-heiligt sei etc. Amen."
Der endgültige Nachfolger Trozendorfs war schon gefunden.'Herzog Georg II. bestimmte Thabor dazu 1 ), und als dieser umeine schriftliche Bestätigung bat, schickte an deren Stelle derHerzog am 25. Nov. den folgenden Befehl an den LiegnitzerHauptmann S. von Bock, der sich auch über den Bauzustand derSchule und über die Abstellung der Gehaltsnot der Lehrer aus-läßt: „Wie der wolgelerte unser lieber Getreuer Magister MartinusThabor, Professor der Schulen zum Goltberg, an uns gelangenlossen, das werdet ihr hierinverwart genugsams czu vornehmenhaben. Und soviel erstlich seine Bitt umb die Confirmation seines
') St. A.-Br., F. Liegnitz III 9a, fol. 152.