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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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167
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Sagenhaftes. 167

mit warmen Empfehlungen zu. 1 ) In den Görlitzer Bekanntenkreisführt ein Brief 2 ) an den Rektor Mag. J. Lochmann vom 3. Nov. 1551."rozendorf war kurz vorher in Görlitz gewesen und hatte an einemheiteren Gastmahl bei Lindener teilgenommen. Man hatte sichhierbei darüber unterhalten, wie leicht bei einem allzu heiterenMahle Unbedachtes ausgesprochen und weitergetragen würde.Trozendorf verwies nun deshalb auf das Wort/uiacTj fiv&fiova av/nno-r av u und auf die Inschrift in Sparta über der Tür zu den Räumender Pheiditienravri] Xoyo? ovh i^ig^ercu", die jedem Eintretendenvom Türhüter gewiesen wurde. Er hatte aber auch versprochen,griechische Verse mit der lateinischen Übersetzung einzuschicken,in denen man sich über die Unhöflichkeit oderGrobianitas" allzu-feiner oder blasierter Menschen beklagte, die dadurch lästig würden,daß sie ohne Rücksicht auf die andern zum Mahle zu spät kämen.Uieses Versprechen löste er ein und bemerkte neckisch, Peter Rittermöge nun deutsche Reime daraus machen. Mit einem Gruße andie Kollegen Lochmanns und die übrigen Freunde schloß er. DieserBrief ist ein Seitenstück zu einerEnarratio" über die Gastmählerder Alten in demRosarium". Mehrere Vokabeln und Verse findensich in beiden. Einen Brief an seinen Schüler, den GörlitzcrRektor Mag. G. Otmann 3 ), in dem er auch die andern Kollegengrüßen ließ, haben wir schon erwähnt. Und so schließen wir dieBetrachtung seines Lehrerlebens an dem Orte ab, wo er seineIjfiufbahn als Lehrer begonnen hatte: in Görlitz.

22. Sagenhaftes.

Es wäre doch eigentümlich, wenn ein Mann wie Trozendorfgar nicht mit der Sage in Berührung gekommen wäre, undih. Brenz weiß uns in der Tat etwas zu erzählen 4 ), das wir nichtübergehen wollen. Einer der Lehrer an der Goldberger Schuleer hieß S. Graßhof war sehr im Aberglauben befangen, undobwohl sich sein Rektor alle Mühe gab, ihn von seiner Schwäche

1 ) Die beiden Briefe Leipzig, Universitätsbibliothek, Ha. 0 354b. Dereit e ist Original, der erste eine minderwertige Abschrift.

2 ) Abschrift, Paris, Bibliothek Ste. Genevieve, Epistolae haereticorum °' 5 ° = Cod. 14D8 Dl. 54», fol. 446b. Mir von Herrn Prof. Flemming in PfortaEndlich mitgeteilt.

*) Bauch, Bart S. 31/2.

*) Brenz, Th., Der gebesserte Teufel. Deutscher Volks-Kalender 1842.Her. v. F.w. Gubitz. Berlin 1842. 20 BL, 188 S., 2 Bl. S. 103/6.