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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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93
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Trozendorf als Schulmeister und Lehrer. 93

zu krönen sei. Nach ihm trat der Konsul auf und sprach in diesemSinne: der Senat sei gemäß seiner Ergebenheit für den edlenSchülerstand den Studien günstig und wolle, daß der TüchtigkeitEhre zuteil werde. Daher erkenne er nach der Meinung der Tri-bunen und Zensoren und der allgemeinen Zustimmung des Senatoren-standes dem Kittlitz wegeu gut verrichteter Leistung den Kranzzu, den ihm die jungen Leute aus dem Ritterstand, um die Tüchtig-keit mit Ehre zu schmücken, flechten sollten, und er ermahne dazu,daß aus dieser Ehre, die den Studien zuteil würde, alle tüchtigenKnaben und Jünglinge zur Liebe zu den Tugenden und den gutenKünsten angeregt werden sollten.

Bald übergab der Herold dem Lobredner den Kranz, mit dieserAnsprache:Sei gegrüßt, edler Jüngling! mit diesem Kranze be-lohnen dich der hohe Stand der Senatoren und die Kollegien derTribunen und der Zensoren. Diese Ehre sollst du so auffassen, daßdu einsiehst, du seiest von dem Senat und dem Volke der Schulewie durch ein Pfand verpflichtet und durch dieses Geschenk ein-geladen worden, daß du in dieser edlen Laufbahn der guten undhochgelobten Künste, in die du mit uns zugleich eingetreten bist,eifrig dahinzueilen fortfahrest und so studierest, daß du einstaus deinen Studien dem Gemeinwesen edle Frucht bringen könnest."

Zuletzt schloß der Lobredner den ganzen Akt mit dieser Dank-sagung:Ich sage euch, versammelte Väter, Zensoren, Tribunenund junge Leute, für die Ehre, die ihr mir erwiesen habt, denDank, den ihr beanspruchen dürfet, und erkenne an und gestehe,daß mir von euch eine reiche Wohltat erwiesen worden ist.Mit allem Eifer und aller Sorge werde ich mich anstrengen undmit Ausdauer danach streben, daß ihr einsehet, daß euer für michhöchst ehrenvolles Urteil mir ein Sporn und Antrieb zur Verfolgungder edlen Studien mit heißem Bemühen sei."

Wenn Peucer in der Erinnerung an ihre erste blühende Jugend-zeit den Erfolg der eigentümlichen Schulleitung Trozendorfs wahr-haft göttlich nennt, so mußte er doch als einer, der nicht bloßschonfärben, sondern im Grunde auch der Wahrheit gerecht werdenwollte, mit den Worten schließen:Auf diese Weise hat Trozen-dorf seine Schule viele Jahre geleitet. Aber in dem letzten Aktewar er unglücklich: die Disziplin ward untergraben durch Nach-stellungen und auf Betreiben des Teufels und durch die zunehmendeFrechheit und Boshaftigkeit der Geister gewissermaßen nach demWalten des Fatums in diesem ausgemergelten und wahnwitzigenGreisenalter der Welt, in dem alles Guteingerichtete, wie durch