ßg Die gehobene Stadtschule.
Professoren fundiert und dauernd gesichert gewesen, die sonst biszu einfallenden Vakanzen aus andern eingezogenen Stiftungen oderaus der herzoglichen Kammer versorgt werden mußten. JohannHeß hielt sich im Oktober 1523 vor seiner P]inführung als Pfarrerzu St. Maria Magdalena in Breslau in Liegnitz auf. 1 ) Er war beiHofe bekannt, denn schon 1515 war er mit Johann V. und HerzogKarl von Münsterberg als Informator des jungen Herzogs Joachimvon Münsterberg bei der Hochzeit Friedrichs IL mit Elisabeth vonPolen in Liegnitz gewesen 2 ) und 1522 als Pfarrer daselbst in Fragegekommen. 3 ) Er könnte auch zu Rate gezogen worden sein undauf Wittenberg verwiesen haben. Die 24 geplanten Professuren,von denen S. Grunaeus zu erzählen weiß 4 ), sind wohl aber be-deutend zu hoch gegriffen.
Krautwald war als Dozent schon vorhanden, Trozendorf kamerst 1527 aus Goldberg herüber. Sonst war Melanchthon in Wit-tenberg der Haupthelfer des Herzogs für Berufungen. Er empfahlz. B. V. Obsopoeus und A. Niger, den Schulmeister zu St. Maria Mag-dalena in Breslau, der sieh bald wegen der verheerenden Einwirkungder Prädikanten auf das Breslauer Schulwesen in prekärer Lagebefand, aber als es sich im Herbst 1526 darum handelte, die Uni-versität zu eröffnen, gingen nur der Hebraist B. Ziegler und K. Cor-datus nach Liegnitz. Auch Joachim Camerarius, der etwa Anfang1526 Liegnitz wegen der Berufung an die Universität berührt hatte,reiste erfolglos nach Nürnberg weiter. 5 ) Friedrich IL wendete sichaber auch nach einer andern Seite. In seinem Auftrag ging deruns schon bekannte Magister Geppart nach Basel zu Oecolampadiusund von diesem zu Zwingli nach Zürich, und Zwingli empfahl denjungen Th. Buchmann oder Bibliander 8 ), der gegen Ende Juli 1527in Liegnitz eintraf. Ein anderer Dozent, der vielleicht auch schon1526 antrat, war der ehemalige Stadtpfarrer von Ansbach J. Eurer.An Juristen und Mediziner hatte der Herzog nach MelanchthonsMitteilung ebenfalls gedacht; sie blieben ein frommer Wunsch.Melanchthon wird wohl recht "haben, wenn er sagt, der Streit umdie Eucharistie habe das Unternehmen gestört. 7 )
') Bauch, Reformation S. 14.
2 ) Bauch, Thurzo S. 213 Anm. 1.
3 ) Heß empfahl F. Eckel.
*) St. B.-Br., Rhediger XIX N. 292. Grunaeus an J. Monau, Liegnitz,20. Sept. 1601.
6 ) Bauch, Heß S. 52/3.
•) Egli 2, S. 9-13.
') Corp. Ref. I, S. 811/2.