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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Trozendorf in Liegnitz. 67

Kollegiatkirche zum hl. Grabe in Liegnitz. 1 ) Dieser wurde am11. Juli auf Präsentation des Herzogs investiert. 2 ) Der Bischof vonBreslau und Herzog von Liegnitz Wenzel hatte einst bestimmt, daßein Kanonikus des Stifts Doktor oder mindestens Bakkalar derTheologie sein und in jeder Woche zwei Lektionen in der Theo-logie in dieser Kirche oder an einem andern Orte des LiegnitzerDoms lesen sollte. Da aber dergleichen Männer, die bei der Kircheresidieren könnten oder wollten, sehr selten gefunden würden und,wenn man sie gehabt habe, die theologische Lektur wegen Mangelsan Hörern nicht mit Erfolg hätten verfolgen können, verfügte am7. Sept. 1509 Bischof Johann V. mit Zustimmung und auf WunschHerzogs Friedrich II., der das Kapitel der Kollegiatkirche zu Rategezogen hatte, daß der Lektor Doktor oder Lizentiat der Dekretesein dürfte und im kanonischen Recht lesen sollte. Es blieb dabeidem Herzog unbenommen, wenn sich günstige Gelegenheit böte,sich nach der alten Vorschrift zu richten oder aber auch die neuenach seinem Dafürhalten anzuwenden. Der Herzog hat also mitder Berufung Krautwalds als Lektor der Theologie (obgleich ernicht promoviert war) unter dem Einfluß der reformatorischen Be-wegung an die alten Intentionen Wenzels wiederangeknüpft, undin deren doppelseitiger Weiterbildung durch Friedrich lag der erstebescheidene Keim für den Gedanken der Gründung einer Universitätin Liegnitz. 3 ) Vielleicht hat die gütige Begabung des erfolgreichenGoldberger Schulmeisters Gürtler mit einem Kanonikat in Lieg-nitz 4 ) durch Friedrich IL den Gedanken bei ihm weitergebildet.Es liegt auch nahe, hier an die Schloßkirche zu Allerheiligen inWittenberg zu erinnern, die ebenfalls eine Kollegiatkirche und derUniversität inkorporiert war, so daß alle Domherrnstellen derselbennur für Professoren der Universität bestimmt waren. Bei demgleichen Verfahren wäre auch in Liegnitz mindestens ein Teil der

») Bauch, Heß S. 39.

2 ) Nach freundlicher Mitteilung von Herrn Direktor M. Abicht in Liegnitzlautet der Investitureintrag:1524 Die 11 Julij investitus est Venerabilis VirDominus Valentinus Krautwaldt, Canonicus Nissensis, ad Canonicatum et pre-bendam in Ecclesia Lignicensi vacantem per liberam resignationem D. JoannisPunitz, Ultimi eorundem Canonicatus et prebenda (possessoris), ad presen-tationem illustris prineipis et D. D. Friderici." St. A.-Li., Akten M 375.

') Zur Geschichte der Universitätsgründung vgl. Egli2, S. 913. Eber-lein, G., Die erste evang. Universität. Ev. Kirchenbl. f. Schlesien 4 (1901),S. 281/2, 28990, 297/8. Koff'mane, G., Eine schlesische Universität in derReformationszeit. Correspondenzbl. 2 (1883), S. 34/9.

4 ) S. hier oben S. 13/4.

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