Druckschrift 
Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
Seite
66
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

66 Die gehobene Stadtschule.

aus dieser Zeit in Hirschberg sind die Verse 1 ), die er nebenA. Moibanus und Dr. W. Droschius dem am 17. Jan. 1531 gestor-benen Pastor zu Hirschberg M. G. Langnickel weihte. Capelushieß eigentlich Kretschmer und war aus Lauban. 2 ) Er war vomSommer 1519 an in Wittenberg Student gewesen; eine Promotionist von ihm nicht bekannt. Auch er soll, was uns zweifelhaft er-scheint oder nur auf kurze Zeit möglich war, zuerst nach Hirsch-berg gegangen und schon 1526 Rektor in seiner Vaterstadt ge-worden sein. 1537 verfaßte er auf Anordnung des Rates eineSchulordnung. Aus demselben Jahre haben wir eine sehr anerken-nende Schilderung besonders seiner Leistungen als Lehrer derPoetik in Lauban. G. Aemilius sagt in seinem Propempticon, aufdas wir später kommen:

Instruit hie summa celebrandus laude Capelus

Moribus et studiis pectora parua bonus.Quotquot habet iuuenes animis vigilantibus, omnes

Dulcia Pieriae ducit ad antra viaeScribendisque suos ita versibus urget, ut illa

Dedita Musarum sit schola tota choro."

1539 ist er in den Rat der Stadt aufgenommen worden und, ver-hältnismäßig jung, schon 1540 gestorben.

25. Trozendorf in Liegnitz.

Der unbefriedigenden Tätigkeit an der Schule wurde Trozen-dorf 1527 durch seine Berufung nach Liegnitz enthoben. Was nochvon älteren oder fortgeschritteneren Schülern vorhanden und nichtschon vorher nach Liegnitz gezogen war, nahm er, wie einst Adlernach Löwenberg und Buchwald nach Glogau, jedenfalls mit sichnach Liegnitz. Dort war eine neue Stiftung ins Leben getreten,zu deren Ausbau ihn der Herzog mit einlud.

Im J. 1524 berief Friedrich II. den bisherigen bischöflichenKanzleinotar und früheren Schulmann und Neißer Kanonikus Kraut-wald aus Neiße als Kanonikus und Lektor der Theologie an der

')M. Georgius Langnickel, pastor Ecclesiae Hirschbergensis, auus maternus[des Valentinus Ermericus], obijt 1531. xvij Januarij: cui pie defuneto hocEpitaphium scripsit... Ambrosius Moibanus, Pastor Vratislauiensis ... Vvolf-gangus Droschius ... Andreas Treiberus Ludimoderator". 0. 0. u. J. fol.

*) Claius, Bart und Aemylius nennen ihn fälschlich Johann. Ober-lausitz 2, S. 310,2.