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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
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58
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5g Die gehobene Stadtschule.

1529 ließ er sich in Wittenberg immatrikulieren, um seine Studienals Hörer Luthers fortzusetzen. 1540 schickte er als Superinten-dent zwei Männer zur Ordination nach Wittenberg 1 ): das Ordinierten-buch, das ihn wieder Magister Thomas Spieß nennt, hat jedochden Ort seiner Superintcndentur hinzuzufügen vergessen. Die schle-sische Kirchengeschichte schweigt über ihn.

22. Trozendorf als Leipziger Student.

Als Trozendorfs Mutter, die das verwaiste väterliche Gut be-wirtschaftete, noch lebte, begab er sich im Sommersemester 1514auf die Universität Leipzig und wurde daselbst im September 1515,also sehr rasch, Bakkalar. Den scholastischen artistischen Kursushat er damit abgeschlossen. Doch nicht die scholastische Aus-bildung haftete an ihm und nahm ihn vorzugsweise in Anspruch,sondern das schon auf der Schule, wenn auch in bescheidenemUmfang in ihm angeregte humanistische Streben belegte ihn mehrund nicht ohne Erfolg mit Beschlag. Er war zu einer glücklichenZeit nach Leipzig gekommen; jedoch erst am Ende seines Anfent-haltes erreichte ihn das Glück. Etwa zu Ostern des J. 1515 trafder englische Gräzist R. Crocus aus Köln in Leipzig ein 2 ), der hierzum ersten Male, wie Pentzelt es gewünscht hatte, geordnet Grie-chisch lehrte, und in demselben Jahre zwischen Johannis undMichaelis fand sich auch der feine Lateiner und Gräzist P. Mosel-lanus von Freiberg her ein. 3 ) Bei Crocus konnte Trozendorf dieGrundlagen für seine griechischen Kenntnisse erwerben und Plutarchhören; mit Freuden dachte er noch kurz vor seinem Endo daran 4 ),wie er einst bei Mosellan die drei Bücher Ciceros vom Rednernicht bloß gehört, sondern, begeistert durch den Lehrer, auch frei-willig auswendig gelernt habe, so daß er im Wettkampf mit Kom-militonen um ausgesetzte Pfänder öfter große Teile eines Bucheshersagen und alle übrigen darin weit übertreffen konnte. Erscheint schon in Leipzig an einer Schule gewirkt zu haben. SeineuAufenthalt an der Universität mußte er aber einmal unterbrechen,

') Buchwald 1, S. 11, N. 161, 166.

2 ) Bauch. Studium S. 178f. Bauch, Humanismus 4, S. 53 f. Geß, FiLeipzig und Wittenberg. E. Beitrag z. sächs. Reformationsgesch. NeuesArchiv f. Sächs. Gesch. 16 (1895), S. 4393. S. 65, 91, N. 298.

*) Bauch, Studium 8. 183f. Schmidt, 0. G., Petrus Mosellanus. %Beitr. z. Gesch. des Humanismus in Sachsen. Leipzig 1867. VII, 88 S. S. 19 f.

*) Ludovicus, Nuncupatio Bl. A6.