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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Trozendorf als Lehrer in Görlitz und Schweidnitz. 59

als eine Seuche seine Mutter und alle Geschwister bis auf denjüngsten Bruder Franz dahingerafft hatte. Er schrieb *) an seinenOheim Barthel Jost in Görlitz:

Unßeren fruntlichen Gruß zcuvor. Meyn lyber Urne Barthol.Jch thu Euch zcu wissen, das ich frisch unde geßunth byn von denGenoden Gottiß. Deß ßelbigen gleich orfuer ich allczeyth höchlichwider gerne von Euch und den Ewern. Meyn über Urne, mir ißtgesagth worden, das mir meyiie Muter und alle Geswister gestorbenßein, ßunder alleyne das der jüngste Bruder noch lebe und das dyHerren von Gorlicz das Gut vorkaufen wollen oder villeicht gereythvorkauft haben. Und, über Urne Barthol, ßo weyß icli iczunderzcu nymande Zcuflucht zcu haben ßundern alleyn zcu Euch als zcueynem Vätern und bithe Euch, das Ir wollit alzo wol thun undwollit mir und dem Kinde das selbige Gelt helfen vorschaffen, daß unß möchte werden und daß Kinde mochte erczogen werden,und wen mündigte [14 Jahre alt] worde, ßo wollt ichs zcu miryn dy Schul nemen. Und ßo mirß Gott verleyt, uff Faßnachthwill auch hyn keyn Gorlicz kommen. Und dormit befeie ich mich

yn Ewern getrewen und weißen Roth und Beschuczunge.

Valentinus FridelanthEwer gchorßamer undertheniger.

Dem erßamen unde weißen Manne .Barthol Jost zcu Gorlicz zcu

komme dißer Brieff."

Vielleicht hat dieser notgedrungene Besuch in der Heimat

seine Anstellung in Görlitz herbeigeführt, so daß 1515 oder 1516

als Datum für den Brief anzusetzen wäre.

23. Trozendorf als Lehrer in Görlitz und Schweidnitz.

Wenn nun die Überlieferung meint, er sei 1515 nach Görlitzberufen worden, so scheint nach dem über Crocus und MosellanusGesagten höchstens das Ende des Jahres für den Umzug möglichoder gar erst der Anfang oder Ostern von 1516. Der Schul-meister, unter dem er seine Lehrerlaufbahn begann, ist ziemlichsicher festzustellen. Der Breslauer Chronist N. Pol 2 ) nennt ihnM. Johannes Bütner, es war wohl M. Andreas Buttner. L. Ludovicus

') Görlitzer Anzeiger 51 (1856), S. 2. Original Görlitz, Milichsche Biblio-thek, Hs. Sign. C. Ch. fol. N. 240.

2 ) Pol 2, S. 145, doch verbessert nach dem Original, St. B.-Br., H.s.B. 1620. Andreas Büttner war vielleicht aus Löwenberg.