Trozendorfs Schulmeister Mag. Tri. Pentzelt. 55
Im "Wintersemester 1490 wurde Thomas Pentzelt unter dieLeipziger Studenten aufgenommen, im Winter 1494 wurde er zumBakkalar und erst im Wintersemester 1503 zum Magister promo-viert. Vom Winter 1506 bis zum Winter 1508 ist er als lesenderMagister nachzuweisen, führte aber nun den Namen Spieß. Hier-nach dürfte er vielleicht schon zu Ostern 1509 als Schulmeister inGörlitz angetreten sein. Am 3. Dez. 1512 erschien er vor demsitzenden Rate und übergab unter Danksagung dem Rate dieSchule. 1 ) Wenn man das als Kündigung auffaßt, so hat er wohl
zu Ustern 1513 Görlitz verlassen. 2 ) In Leipzig gab er sichspäter theologischen Studien hin und erreichte am 3. Aug. 1518die erste Stufe des theologischen Bakkalaureats: er wurde Cursor.
Aus der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Leipzig liegen ein paarWerke von ihm vor, die seine Stellung zu den literarischen Strö-mungen an der Universität erkennen lassen. So gab er als Ma-gister, das Jahr ist leider nicht zu bestimmen, drei der Briefe desitalienischen Humanisten F. Philolphus^) heraus, „in quibus non-nullae quaestiones non minus ornate quam philosophice determinan-BT.V m Z Semem ehemali Sen Lehrer Bakkalar K. Gerhard ausSaalfeld widmete. Zwei dieser Briefe sind an den Juristen undKedner G Saccus und einer an Filelfos Gönner A. Canobius ge-richtet ]j 10 m den ausgewählten Briefen behandelten und derenAbdruck vorangestellten Fragen sind: woher es komme, daß dieJuden stinken; weshalb man im Herbst mehr Appetit zum Essenhabe als in den andern Jahreszeiten; warum die Schwäne amLebensende lauter und süßer singen; mit Hilfe welcher Mittel mannicht betrunken werden könne; Erklärung des Wortes „Clepsydra"-ob Cicero zu tadeln sei, der den Tod ein Übel nenne und sogleichdarauf sage, wenn ein Übel, dann etwas Elendes; ob es wahr seiwas viele dem Aristoteles vorwürfen, daß in seinen Büchernnirgends die Unsterblichkeit unserer Seele zu finden sei Mansieht: ein eigenartiges Quodlibet. Sonst hat er bei den Briefennur Randlemmata hinzugesetzt, die ihre Disposition angeben undauf bemerkenswerte Aussprüche hinweisen. Trotz des humanisti-schen Gegenstandes ,st das eigene Latein Pentzelts noch scho-lastisch, wie schon das „determinantur" im Titel verrät.
l ) Schutt S. 13/4.
2 j Die Zahlen schwanken bei Schutts Gewährsmännern zwischen 1512 u 1513
J ) Philelphus F., Epistole tres: in quibus nonnulla questione's non
minus ornate, quam philosophice determinantur. Lipczk, J. Thanner O J 4 «
Der Name M. Thomas Pentzelt bei der Widmung.