G. Helmrich als Schulmeister. 51
Gelegenheit damals, zu solchen Kenntnissen zu gelangen, mit Kechtwunderbar. Mindestens war wohl der Umfang des Wissens imGriechischen und Hebräischen ziemlich bescheiden. Auch Versesind von ihm nur wenige vorhanden; aber wegen seiner Geltungwurden diese dafür um so öfter wiederholt.
Wider Willen vom Studium abgerufen, wollte er höchstensein Jahr seines Amtes warten 1 ) und dann nach Italien gehen, umdort Doktor der Rechte zu werden. Da ergab sich ihm ein an-deres Hindernis. Um die Kosten für den langen Studienaufenthaltjenseits der Alpen aufzubringen, mußte er zur Erbteilung mit denSchwestern schreiten. Diese zog sich über ein Jahr hin, und weildie Testamentsvollstrecker das Erbe des Vaters zugunsten derSchwestern für ihn gering einschätzten, übernahm er das väterlicheHaus, wurde Bürger und blieb in der Heimat. Am 18. Sept. 1525vermählte er sich, noch als Rektor der Schule, mit Katharina, der15 jährigen Tochter des angesehenen ehemaligen FürstentumkanzlersJ. Strobel von Stromnitz in Glogau. In demselben Jahre wurdeer auch Ratmann (eine in Goldberg wiederholt vorgekommeneÄmterhäufung) und war von 1529 an sechsmal Bürgermeister; am28. Sept. 1536 starb er in dieser Würde. Sein Rektorat muß erim Herbst 1525 niedergelegt haben. Als der SchwenkfeldianerF. Eckel aus Liegnitz von Herzog Friedrich IL, vermutlich 1530zur Vertretung des erledigten Pfarramts, nach Goldberg geschicktworden war und seine Lehre von der Kanzel verbreitete 2 ), fander tumultuarischen Widerstand in der Gemeinde, und es wurdenihm Drohbriefe auf die Kanzel gelegt. Helmrich wurde als derUrheber der Briefe angesehen. Es ging das Gerücht, daß derHerzog ihn einsetzen würde, und Helmrich wich deshalb nachKrakau, von wo er nach Eckeis Abgang erst zurückkehrte, als derZorn des Herzogs vorraucht war. Für die Schule ließ er westlichvon der Kirche auf Stadtkosten ein neues Haus erbauen undschmückte den Eingang mit den Versen:
„Aonio lepidae venientes culmine MusaeMontana gaudent urbe domoque frui."
») Ich folge liier nicht allein Claius, sondern vorzüglich dem von seinemSohne Georg verfaßten Nachruf für seine Mutter Katharina. Trozendorf,Methodi 131. Bb 3. Weiteres über Helmrich s. u. S. 73/6.
s ) Ich weiß, daß Eberlein, G., Aus Kirchen-Rechnungen des Re-formations-Jh. Correspondenzbl. 4 (1893), S. 102—10, S. 107, den AufenthaltEckeis in Goldberg für eine Klatschgeschichte S. Schubarts hält, aber zuClaius' Zeiten lebte noch die Frau Helmrichs als Gattin des Rektors Thaburnus.
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