Druckschrift 
Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
Seite
50
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

50

Die gehobene Stadtschule.

hatte, wurde üblicherweise in öffentlichen Angaben ebenfalls alsAusgabe gemeiner Stadt bezeichnet. Die Schüler hatten nach wievor ein Schulgeld z.u zahlen, das der Schulmeister mit den Lehrernteilte. 1 )

19. G. Helmrich als Schulmeister.Die neuen Bestimmungen wegen Berufung der Schulmeistermachten sich sofort bei dem Nachfolger des Sylvius bemerkbar;er soll durch Schreiben des Herzogs und der Stadt berufen wordensein. 2 ) Nach den beiden Epigonen Gürtlers, Sylvius und Buchwaldfolgte 1523 als dritter der wie Sylvius aus der Schule des erstenRektors hervorgegangene, doch schon mit moderneren Zutatenverbrämte zweite Goldberger von Geburt im Rektorat: GeorgHelmrich. Am Donnerstag vor Ostern 1501 geboren, war er erst im23. Jahre, als er eintrat. 1517 hatte er sich auf die UniversitätFrankfurt a. 0. begeben und am 19. Juli 1518 das Bakkalaureaterhalten. Im Sommersemester 1522 zeigt die Leipziger Matrikelseinen Namen. Er hatte sich wahrscheinlich dem Studium des Juszugewendet. Wo er die Zwischenzeit von 1519 bis 1522 verbrachthat, könnte nur erraten werden; doch steht durch das Zeugnis seinesSohnes Georg fest, daß er, wenn er auch in der Matrikel fehlt,in Wittenberg studiert und dort enge Freundschaft mit Trozcndorfgeschlossen hat. Wie dem auch sei, ebenso unklar ist, was dasEpitaph des Georg Aemylius 3 ) ihn selber sprechen läßt:

Barba genas nondum teneras mihi prima tegebat,

Cum mihi sunt patriae tradita seeptra scholae.Hie ego quos tulerim, longum est narrare, labores,

Dum regitur studio parua iuuenta meo.Hoc tarnen officium septom tolerauimus annis,Visaque sunt curis tempora longa meis."Mit diesen sieben Jahren und seiner völligen Bartlosigkeitkönnte man sich vielleicht auseinandersetzen, wenn man annähme,er sei früher einige Jahre Unterlehrer an der Schule gewesen.Die Nachkommen berichten von ihm, daß er die drei SprachenLateinisch, Griechisch und Hebräisch gekonnt habe; doch Claius,der diese Kunde von seinem Kollegen, dem gleichnamigen SohneHelmrichs hatte, nennt das wegen seiner Jugend und der geringen

') Wie in Schlesien allgemein üblich war. Die Angaben bei Persch-mann S. 16, Anro. . ., beruhen auf einem Mißverständnis.*) Claius, Schola BLNöf. Bauch, Bart S. 19.*) Vgl. u. 8. 78 u. Kap. 4 (s. Register).