Druckschrift 
Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
Entstehung
Seite
47
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Die Stadt erwirbt das Schulpatronat. 47

17. Die Stadt erwirbt das Scbulpatronat.

Der Johanniterorden war im Besitz des Patronats der Kircheund der Schule,die Commendatores haben im Papsttum dieKirche und Schule und derselben Diener mit Besoldung und an-derer Notdurft gegen völlige Einnahme des Dezems bestellen underhalten müssen", sagt "WenzelsGoldberga". Wollte man etwaserreichen, so konnte man aus Kücksicht auf den Oberlehnsherrn,der bei der alten Kirche verharrte, nicht einfach den Orden aus-

dem Orden nicht zu dynen, und also seibist Orlaub und eyn Abscheidt ge-nohmen. Derhalben, weytter Yrthumb zu verhütten, an unfii begert, das wirsalso bey dem Prediger, den der Conter auf'genohmen, lossen wolten.

Dorauf geben wir Euch zu erkennen, das wir davon gar keyn Gewissen[Wissen] tragen, das der selbig Prediger widder dye bepstliche Heiligkeit undcristliche Kirche etwas fürnehmen solt; seyn auch nicht des Gemüthes, solchsyn unsern Landen und Stetten lassen aufzukornen, sunder, domit wir derSachen allenthalben gruntlichen Underricht haben mögen, so gedencken wir,auf nestkunftig Mitwoch unser Rethe dohin gegen Goltpergk abzufertigen,und wene alßden befunden, das difi Furgenohmen der kristlichen Kirchen ent-gegen, dovon dy Leutte Ergernuß nehmen mochten, so wollen wir doreynsehen, das disselbig abgestalt werde, auch mit dem Prediger vorschaffen,domit dy Messen, so zu dem Predigstul gesthifft, nicht nochstellig blyben.Aber diß wollen wir Euch nicht vorhalten, das wir seibist gut Wissen haben,das der Prediger, den der Conter angenohmen, zum Predigen nicht toglich unddorzu gancz ungeschickt. Derhalben sich unser Underthan, dy von Goltperg,der Rat und Gerneyn, bey uns beclaget, das sie keyn Lieb und Gnade hetten,dem selbigen zuzuhören, uud uns gebeten, sie bey dem iezigen Prediger zubehalden. Auch sich erbotten, wene der Conter Beschwer trüge, yne mit Speißzu versorgen, das sye yne. seibist Vorsorgen wolten, domit er nicht bey ynewere, dodurch Uneynikeit mochte erwachsen, und dorurnb vorsehen wir uns,Thr werdet es also bey dem Conter wissen anzustellen, domit er an dißem, dassich unser Underthan beschweren, auch ym Genüge habe. Worzu wir Euch .. ."Ein zweites, zwischen dem 16. und 18. Mai ausgefertigtes Schreiben desHerzogs an denselben Adressaten (fol. 53) zeigt bereits einen Fortschritt in dergelegenheit zugunsten der Goldberger Bürgerschaft und der Reformation:.Nachdem Yr uns schreibet, wie Yr gesonnen, des Ordens Hawß in unserStadt Goldperk mit einem andern Conter zu vorsehen und, ßo vill Euchmöglich, dye Uneynikeit und Zwittracht, ßo iczundt vorhanden, ausßtilligen,domit der Prediger zimlicher Gebor sali vorhalden werden, dorauf geben wirEuch zu erkennen, das wir iczundt etliche Tag nicht eynheymisch seynwerden. Sünder, ßo balcle uns Got widderumb anheym hilfft und wir vonEuch ersucht, das Yr gesonnen seyt, eyn andern Conter dohin zu setzen oderden iezigen aldo zu bleyben lossen, ßo wollen wir uns in eygener Person gegenGoltpergk vorfugen und doreyn sehen, das diß geschege, das do cristlich ist.Euch gnedigen Willen ..."