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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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Eintritt der kirchlichen Reformation. 45

semestcr 1515 die Universität Leipzig bezogen und war im Winter1516 Bakkalar geworden. 1519 soll er als erster Häretiker inGlogau eine kleine lutherische Gemeinde gesammelt haben. 1 ) Schon1519 ließ er sich wieder in Prankfurt a. O. eintragen, im Mai 1520wurde er als Leipziger Bakkalar rezipiert und am 22. Jan. 1521zum Magister promoviert. Anfang 1527 ging er im Auftrag Fried-richs IL zu Oecolampadius und Zwingli, um Dozenten für dieLiegnitzer Universität zu werben. 2 ) Damals und bis zu seinemTode, am 8. März 1545, bekleidete er die Stelle eines Stadt-schreibers in Liegnitz. Sein Kollege G. Reimann entstammte einerangesehenen Familie Löwenbergs. Auch er hatte, seit dem Winter-semester 1518, in Frankfurt a. 0. studiert und war 1519 Bakkalargeworden. Nachmals war er viele Jahre Ilofrichter in Löwenbergund blieb (f 1544) in dem Gedächtnis der Zeitgenossen durchseinen Sohn, den Doktor beider Hechte und bischöflichen undherzoglichen Kanzler J. Reimann 3 ), den wir unter den SchülernH. Paxmanns in Goldberg wiederfinden werden. Wenn nicht an-dere Unterlehrcr der Vergessenheit anheimgefallen sind, muß manaus den Studienjahren der genannten schließen, daß schon unterSylvius nicht immer drei studierte Untcrlehrer an der Schule zu-gleich tätig gewesen sind. Sollte dies nicht auf einen beginnendenNiedergang der Schule deuten?

16. Eintritt der kirchlichen Reformation.

Die an sichtbaren Vorgängen in der Schule so arme zweiteAmtszeit des Schulmeisters Sylvius war gleichwohl keine stille Zeitfür Deutschland und seine engere Heimat, denn sie umspannte dieJahre vom Auftreten Luthers gegen Tetzel bis zum endgültigenFußfassen der Reformation in Goldberg. Der poetische Chronistder Schule, Claius, obgleich ein guter Lutheraner, hat den Ver-änderungen, die sich während jener Periode in der Stadt voll-zogen, und auch denen, die die Schule betrafen, kein Wort ge-schenkt, wiewohl er der durch Schwenkfeld und seine Anhängergerade im Herzogtum Liegnitz und in Goldberg verursachtenWirren gedenkt, und sein prosaisches Gegenbild Z. Bart hat nurkurz, doch warm das frühzeitige Eintreten der Reformation inGoldberg hervorgehoben.

») Scriptores rer. Siles. 10, S. 66.

l ) Vgl. u. S. G8.

3 ) Vgl. Heydenreich Bl. 21.