44 Die gehobene Stadtschule.
Von seiner Tätigkeit als Schulmeister hat sich nur die Er-innerung erhalten, daß er auf eine gute Disziplin gesehen habeund bei Vergehen ein strenger Richter gewesen sei. NeugekommeneSchüler, die Waffen mitbrachten, mußten sie dem Rektor abliefernund erhielten sie nur für Reisen und beim Abgang zurück. Aucher leitete die Schule nur zwei Jahre und verließ Goldberg 1517,um die Leitung der Pfarrschule in Glogau zu übernehmen. Ersoll ebenfalls versucht haben, möglichst viel Schüler mit sich nachdem neuen Wirkungskreis zu nehmen.
Als seine Unterlehrer werden noch Kahl und Fleischer unddazu erst jetzt J. S. Werner und ein gewisser Martin aus Lieben-thal erwähnt. Werner schloß sich früh der kirchlichen Refor-mation an und wurde schon 1523 von Herzog Friedrich IL alsHofprediger nach Liegnitz berufen 1 ), wo er 1524 das Abendmahlunter beiderlei Gestalt reichte, doch sich bald an K. von Schwenk-feld und V. Krautwald anschloß. 1532 wurde er Pfarrer zu St. Peterund Paul, ward aber 1540, als sich in Liegnitz endlich die kon-fessionelle Lage klärte, als Schwärmer abgesetzt und wendete sichnach der Grafschaft Glatz. 1548 wurde ihm der Eintritt in dieStadt Liegnitz untersagt. Er starb 1554 in Rengersdorf. Seine„Postill" war ein wichtiges Erbauungsbuch für die Schwenk-feldianer.
15. Sjlvius noch einmal Rektor.
Die Gürtlerschen Händel waren indes begraben worden, unddadurch wurde jetzt bei der Vakanz 1517 der Zugang zum Rek-torat für Sylvius, der sich immer noch persönlicher Schätzung inGoldberg erfreute, nochmals frei. Bis 1523 behielt er die Stellungund trat dann in das bürgerliche Leben über. 1525 erhielt er diezweite Stelle im Rate der Stadt, die des Hofrichters. 2 ) Mit kurzenUnterbrechungen gehörte er dann bis zum J. 1537 der Körper-schaft als Ratmann oder Vogt an. Wann er starb, ist nicht bekannt,1568 lebten noch zwei seiner Söhne, Alexander und Johann, in Gold-berg 3 ), Alexander war 1554 in Wittenberg immatrikuliert worden.
Seine Lehrkräfte waren bis auf Fleischer neue. Nur unterihm wirkte F. Geppart aus Goldberg. 4 ) Dieser hatte im Winter-
') Eberlein, G., Zur Würdigung des V.Krautvald. Correspondenzbl.8 (1903), S. 268-86. S. 277, Anin. 1.
2 ) Die Mitglieder des Rates verzeichnet St. B.-Br., Wenzel.
3 ) Claius, Schola Bl. N. 4, N. 4".
4 ) Der Name wird sehr verschieden geschrieben: Geppart, Gephart, Gep-pert, Goppert.