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Valentin Trozendorf und die Goldberger Schule
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GürtlersArs grammaticae". 17

Wie verhält er sich aber in seiner Grammatik gegen dieseKommentare? Er benützt sie selber! Die vielen Zitate mitAngabe der Autoritäten dürfen uns nicht täuschen (später verfuhr eranders): er hat einen guten Teil davon nicht direkt aus den Autoren,sondern eben aus den Kommentaren zu Alexander, nach dem Wort-laut vielleicht selbst aus derGlosa notabilis" entnommen, so gleichim Anfang bei der Definition des Begriffs Grammatik.

Er setzt diese Definitionen wie dieGlosa" in den Prologus,in dasProoemium", das sich nicht an die Schüler, sondern andie Lehrer wendet; jedoch ist in demProoemium" schon alles,was nach abstrakten philosophischen Deduktionen aussieht, alleQuästionen, Dubia, Argumentationen usw. ausgeschieden. Die ausder philosophischen Grammatik übernommenen Begriffe sind nurdogmatisch gegeben, hierbei nach dem Vorgang der Scholastikernoch einzelne unnötige; aber im allgemeinen ist, was von der Sacheabführen könnte, beseitigt. Dafür gibt er hier Auskunft über Planund Zweck seines Werkes und über die Methode, die er bei dessenVerwendung angewandt wissen will.

Zunächst spricht er von der Notwendigkeit und dem Nutzender Grammatik, um daran in nicht streng logischer Folge Defini-tionen der Grammatik zu knüpfen. Hieran reiht er die hergebrachteEinteilung der Grammatik in vier Spezies: Orthographia, Etymo-logia, Diasynthetica und Prosodia. Die Behandlung der Ortho-graphie, von der er selbst sehr wenig profitiert hatte, schließt erjedoch, obgleich er sein Werkintegrum" betitelt, unter Verweisungauf Johannes Tortellius aus seiner Grammatik aus. Die Definitionender vier Spezies zeigen zugleich, daß er von Griechisch soviel wieseine Vorgänger und Gegner, d. h. nichts, verstand.

Dann folgt eine Übersicht über die Einteilung seines Werkesin fünfOpuscula". Der erste Abschnitt soll handeln von derleichten Erkennung der Redeteile; der zweite umfaßt den erstenTeil des Alexander, die Etymologie, also die Formenlehre; derdritte die Diaeynthetik, d. h. die Syntax,die unnütz dunkel undsehr verworren" im zweiten Teile Alexanders überliefert war; dasvierteOpusculum"est de vero et fundamentali modo metrandi",wie wir, um eine Probe seines scholastisch gefärbten Lateins zugeben, sagen; das fünfte handelt vom Briefschreiben für Anfänger.Um sich gegen Angriffe zu schützen, bemerkt der Verfasser, daßman hieraus sähe, sein Buch enthalte nichts als die Lehre desDonatus und Alexander, nur kürzer und verständlicher gefaßt undfür die Knaben leichter lernbar. Unnötig, ziemlich tautologisch,

Monument» üormaniae Paedagogica LVII 2