Die alte Stadtschule.
der ja in Goldberg zugleich das weltliche Haupt der Parochianenwar, den Schulmeister „unser Schulmeister".
Die Kunde von dem Leben der Schule im MA. und bis zumJ. 1504 ist außerordentlich dürftig; von dem Unterrichtsbetrieb z. B.ist nicht das geringste überliefert. Daß die Schule von Anfangan eine lateinische war, ist wegen der Verwendung der Schüler imGottesdienst selbstverständlich. Die Knaben lernten, wenn wirnach dem Vorbild der um dieselbe Zeit oder wenig später ent-standenen Schulen in Breslau 1 ) urteilen wollen, lateinisch schreibenund lesen, das lateinische Glaubensbekenntnis, das Pater noster,das Ave Maria, die sieben Bußpsalmen und wohl gar alle Psalmen,da diese im Gottesdienst wiederkehrten. Die einfachsten gramma-tischen Dinge, die Etymologie, wofür mindestens der Donat gebrauchtwurde, konnten nicht entbehrt werden wie die Anfänge des Latein-sprechens, für das auch kleine syntaktische Hilfen nötig waren.Ganz unentbehrlich war die Übung des Gesangs, die ohne theore-tische Belehrung nach Gehör und Gedächtnis vor sich ging. Wirlassen nun alle erhaltenen Nachrichten, chronologisch geordnet,folgen.
3. Chronik der Schule bis 1497.
Die älteste Erwähnung der Schule geschieht 1330. Am 29. Sept.des Jahres bestätigte Herzog Boleslaw III. von Liegnitz 2 ) den Ver-kauf des im Goldberger Distrikt gelegenen Erbguts Seifen seitensdes Goldberger Bürgers Thomas von Salburg und Margaretas, derWitwe Heinrichs von Euswin, an den ehrsamen Magister PranczkoVulschuzil (Vollschüssel), den ehemaligen Rektor der GoldbergerSchule, mit der Klausel, daß, wenn Magister Franczko nicht inner-halb seines Lebens anders über das Gut bestimmen würde, diesesnach seinem Tode zu dem Hospital in Goldberg als „ewiges Testa-ment" gehören sollte. Vulschuzil war Priester, wie aus der noch-maligen Bestätigung' des Kaufes durch die Söhne Boleslaws, Wenzel I.und Ludwig I. von Liegnitz 3 ), vom 18. Okt. 1344 hervorgeht.
Unter dem 13. Mai 1349 wird als Rektor Magister Egidiuserwähnt 4 ), der vorher Rektor der Schule in Neumarkt gewesen
') Bauch, Schulwesen S. 18, 21.
2 ) St. A.-Br., Depositum Goldberg, Urk. N. 19. 3 ) Ebenda Urk. N. 30.
4 ) Rudkowski, W., Die Stiftungen des Gymnasiums zu St. Elisabet inihren Urkunden u. ihrer Geschichte. Breslau 1902. 272 S. S. 53. Sehirr-macher, F. W., Urkundenbuch d. Stadt Liegnitz u. ihres Weichbildes bis zumJ. 1455. Liegnitz 1866. XV, 543 S. 4°. N. 157.