Vorwort. VII
bedürfen daher wieder noch besonderer Vergleiehung und der Kritik.Wir sind auch überall kritisch verfahren, haben aber nicht an jederKleinigkeit Polemik geübt.
Die echten Quellen für die Schule im MA. und am Anfangder Neuzeit sind für uns die einschlagenden Urkunden des BreslauerStaatsarchivs und des Breslauer Diözesanarchivs und die gleichfalls imBreslauer Staatsarchiv verwahrten Goldberger Stadtbücher, die leidernicht vollständig erhalten sind und für den größten Teil des 16. Jh. ganzfehlen. Dagegen haben sich in demselben Staatsarchiv mit den Briegerund Liegnitzer Massiven neue fruchtbare Quellen eröffnet, die merk-würdigerweise bisher niemals benutzt worden sind. Auch Kon-traktenbücher der Stadt Liegnitz, die doch eigentlich in das Lieg-nitzer Stadtarchiv gehörten, ergaben wenigstens einigen Ertrag.Das Staatsarchiv bot auch noch die Goldberger Ortsakten. Diehs. Quellen des Liegnitzer Stadtarchivs, besonders die Acta publicaund Schulrechnungen, hat für mich in selbstloser Beihilfe HerrGymnasialdirektor M. Abicht ausgebeutet und mich dadurch zugroßem Danke verpflichtet. Auch die Liegnitzer Kirchenbüchersprachen mit. Zu den hs. Quellen traten noch als echte, die sowohldie Schule wie die Lehrer umfassen, gedruckte. Das sind die Werkeder Rektoren und Lehrer pädagogischer und literarischer Natur.Da wir bei den Mitgliedern des Lehrerkollegiums, um sie zu Menschenvon Fleisch und Blut zu machon, außer den standesamtlichen Notizenauch dem Bildungsgang und ihrem Umgang nachgeforscht haben, so hatdie immer noch zu wenig herangezogene Literatur der Propemptica,Epithalamia und Epicedia wie der von ihnen gespendeten oder ihnengewidmeten Carmina commendaticia reiche Nachrichten gegeben.Für diese oft sehr schwer zu erlangende Literatur war mir die unterder Leitung des Herrn Professor Dr. M. Hippe stehende BreslauerStadtbibliothek eine wahre Fundgrube. Herr Professor Dr. Hippehat diesen Forschungen, besonders denen für das spätere 16, undden Anfang des 17. Jh., auch persönliches Interesse entgegengebrachtund dadurch meine Arbeit noch fördern geholfen.
Über die gedruckt vorliegenden, unsern Gegenstand berühren-den Darstellungen wollen wir nur kurz und mit Auswahl unserUrteil aussprechen. L. Sturms Geschichte von Goldberg fällt ganzaus, weil sie eine Chronik alten Schlages ohne selbständigen Wertist. Sonst kommen wesentlich nur Lebensbeschreibungen Trozen-dorfs in Betracht. Als die beste gilt immer noch die von K. J. Löschke.Pietät gegen den großen Pädagogen und wohltuende Wärme fürden Gegenstand sind ihr nicht abzusprechen, aber die erbauliche