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Beiträge zur Kenntniss der melanesischen, mikronesischen und papuanischen Sprachen
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MELANESISCHE elC. SPRACHEN.

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beschäftigenden schwarzen und braunen Völker beträchtliche Ragen-mischungen erlitten habe, und wir sehen nicht ein, wie man dieMöglichkeit einer durch solche Mischungen hervorgerufenen Zwei-theilung der nämlichen Rage so schlechterdings von der Hand weisenkönnte. Schwerer hält es, solchenfalls zu glauben, dass die von denbeiden Theilen geredeten Sprachen völlig gleichächte Töchter einerund derselben Mutter, oder besser: dass sie vollbürtige Schwesternsein könnten. Wenn sich die Sprachen hüben und drüben von frem-dem Einflüsse frei zu halten wussten: woher dann in so vielenStücken ihr gegensätzliches Verhalten? Es scheint, man müsse dasRäthsel vom Atavismus aus der Völkerkunde in die Sprachwissen-wissenschaft übertragen.

ln der That dürfte sich die Lösung der Aufgabe vorerst ver-einfachen, wenn man den Verwandtschaftsbegriff über das herkömm-liche Maass hinaus erweiterte. Von Mischsprachen hat unsre Wissen-schaft bis vor Kurzem fast nur mit entschiedener Skepsis geredet.Wo, wie im Englischen, dem Urdu, den Zigeunerdialekten und sovielen anderen Sprachen, sich das heimische Idiom durch massen-hafte Aufnahme fremden Stoffes getrübt zeigte, da wusste man über-all das ererbte Gut vom erborgten zu unterscheiden und war nichtlange im Zweifel, welchem Restandtheile man bei Zutheilung derSprache die ausschlaggebende Stimme zuerkennen müsse. Der Be-griff halbbürtiger Geschwister war unserer Wissenschaft noch nichtgeläufig; unbequem ist er jedenfalls, aber a priore nicht wohl ab-zuweisen; und die Zeit mag gekommen sein, wo man sich mit ihmvertraut machen muss. Will man doch schon in den Grammatikeneinzelner neuindischer Sprachen, sogenannter Töchter des Sanskrit,einen weit- und tiefgehenden Einfluss dravidischen Sprachgeistes wahr-nehmen. Man darf, so scheint es, nicht länger verneinen, dass eineSprache neben der Mutter auch noch einen Vater haben könne, undman wird vergebens so schlechthin abzugrenzen suchen, inwieweitder gemeinsame Sprössling mehr nach dem Einen oder nach derAnderen gerathen müsse. Zwischen der Aufnahme einzelner Fremd-wörter, der Einzwängung eines ganzen grossen fremden Wortschatzesin die Regeln der heimischen Sprache und endlich der compromis-sarischen Verquickung der ererbten Sprachformen mit neu einge-drungenen, liegt eine Skala unzählbarer Möglichkeiten, und nach dem