Genie und Irrsinn. 395
mit Liebe von dem, der ihn verteidigt und von dessenSorgfalt; er leidet nicht, oder nur ausnahmsweise, beimHerannahm der Gewitter, ist sanft, freundlich und hatein gutes Gedächtnis; vor wenigen Monaten hatte er,sei eS eine Wirkung des Lebens in der Zelle oder desProzesses, wirkliche Anfälle von Wahnsinn, die sich be-ruhigten, sobald er der Behandlung des Fierdispini über-geben worden.
Nachdem er in vielen Handwerken sich versucht hatte,flüchtete er, fünfzehn Jahr alt, von Hause, trieb sich eineWeile unstät umher, und ließ sich dann von einer Schwesterunterhalten; er wollte eine Frau nehmen, und that es ohneEinwilligung des Vaters; 1848 beteiligte er sich an derRevolution, und wurde 1851 eingekerkert; l860 kehrte ermit Mut zu den vaterländischen Schlachten zurück unddiente Garibaldi als Führer; er sing aber Streit an mitPlutino, mit den Nationalgarden, mit seinen Vorgesetzten;nachher wurde er Verfertiger von Gerüsten und Back-steinen, Landwirt, Angestellter auf dem Kirchhof; in jedemBeruf zeichnete er sich durch lebhaften Verstand und Recht-schaffenheit aus, zugleich aber durch eine Sucht zu Rechts-händeln, in denen einzig nur der Ausgangspunkt rechtmäßigwar; alles übrige war das Werk einer verrückten Grübeleiund Überreizung, das er in handschriftlichen, und, wenner konnte, in gedruckten Bekanntmachungen auseinandersetzte.
Ich habe dreiundzwanzig dieser letzteren vor Augen,denen sämtlich der gleiche Charakter eigentümlich ist. Ausdem Jahr 1861 ist darunter eine „Warnung für jeden,wer er fei, gegen einen gewissen Facioli", welcher, nachdemer versprochen hatte, ihm Kohlen zu einem gegebenen Preisezu verkaufen, einen andern forderte; er zieht indessen aufden Unterpräfekten los, weil derselbe nicht teilnimmt anseinem Kampfe gegen die Gemeinderäte von Varapodio, diesämtlich Fälscher, Verleumder, Diebe u. s. w. sind.
Im Juni 1862 forderte er einen Gewissen aus Vara-