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Genie und Irrsinn in ihren Beziehungen zum Gesetz, zur Kritik und zur Geschichte
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Genie und Irrsinn.

phie, ein philosophisches System neuer Art, das gleichfallsin einem, nicht verrückten, Philosophen einen ernsthaftenErklärer gefunden hat. Nach diesem System denke man sichdie Ideen in vielen Bildern dargestellt, welche einzelnenKreisbewegungen des Gehirns eingeimpft sind; so ist dasSymbol der Physik die Flamme einer Kerze, das Symbol derAlitiologie oder des Kriteriums die Nase oder der Geruch,der Ethik ein Ring, der Bewegung eine Fischangcl. Dasganze Buch ist voll von solchen Produkten eines krankenHirns.

Um auch die litterarische Nützlichkeit seiner Behaup-tungen zu beweisen, beschenkt er uns mit einem Trauerspiel„Hiob", dessen Personen vom Kops bis zu den Füßen mitderartigen Zeichen besäu sind, und Verse singen, die diesesSystems würdig, z. B.

Wenn ich könnte losmachen die vereinten Gedanken

Meines „Ich" und „gottlos." Gerecht ich. Gottlos ist Satan.*)

Wir kommen zu den Dichtern, welche unzählig sind;doch diese werde ich nur im Fluge berühren, weil sich mitvielem Geist, vielleicht mit allzuviclcm, Fanfulla und Pas-quino denselben schon beschäftigen.

Mir genügt es, das Trauerspiel eines Gerichtsdienersanzufllhren: „Die mörderische Gattin", in welchem ein zuTreviso stattgefundcner Prozeß in Pseudo-AIsierische Versegebracht ist.

„Und du, die es wagte, die Hand mit dem Blute deinesMannes zu beflecken, und eine grausame Marter darauszu machen ... du verdientest in Wahrheit, daß deinLebensfaven abgeschnitten werde; aber ich fand Mitleid,der Ursache wegen, die dich zu deinem Vergehen antrieb;das Urteil war zugleich mild und gerecht, welches dich

*) Viele dieser Werke verdanke ich der Liebenswürdigkeit von Per-sonen, denen hier zu danken meine Schuldigkeit ist: dem Prof. Tommasi,Prof. Mantegazza, dem Comm. Bargoni, dem Cavaliere Hapech, demProf. Tamafsia, dem Herrn Leo Weilfchott-