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Genie und Irrsinn.
die Wahnsinnigen eS in künstlerischer Hinsicht zu einersolchen Vollkommenheit bringen. Wer immer dieselbeSache, dieselbe Handlung übt, erreicht in derselben ganznatürlicherweise eine grotze Vollkommenheit, sodaß auch eingeradezu Wahnsinniger, der sich nie mit der Anfertigungvon Schissen besaht hat, es darin zu bedeutender Fertigkeitbringen kann. Andere, — man denke an die erwähntenDichter und Schriftsteller des Irrenhauses, besonders anFarina, — werden durch die Hartnäckigkeit und Lebhaftig-keit der Hallucination gehoben, welche auch aus einemMenschen, der früher keinen Pinsel berührt, einen Malerund zwar einen tüchtigen Maler machen kann. Briore be-weist unS, dah dies zum Beispiel bei Blake eintraf, welchersich die Gestorbenen und die Engel als lebend und gegen-wärtig vorzustellen vermochte; fast ebenso verhielt es sichmit dem von Wahnsinn angehauchten seltsamen DichterJohn Cläre, welcher die Schlachten der vergangenenJahre zu sehen und der Hinrichtung Karls l. beizuwohuenwähnte, und in der That diese Ereignisse mit ganz anher-ordeutlicher Lebhaftigkeit und Klarheit schilderte, ohne irgendwelche Bildung genossen zu haben (De La Pierre a. a. O.,S. 57).
So erklärt es sich also, warum sich unter jenen Geistes-kranken Maler und Dichter in so großer Zahl finden, undsogar unter jene», von welchen man es am wenigsten er-warten sollte, nämlich unter den geradezu Wahnsinnigen.Die Einbildungskraft ist um so weniger begrenzt, übt sichtun so freier, je mehr die Vernunft an Kraft und Klarheitciubüßt. Denn es ist die Vernunft, welche Hallucinationund Illusion unterdrückt und soinit dein gesunden Normal-menschen thatsächlich eine Quelle künstlerischer und dichte-rischer Schöpfungskraft verschließt. — Man kann leicht undgut kopieren, waS man klar und deutlich sicht.
Und hierdurch wird auch begreiflich, daß die Kunst oderdas Knnstvermögen selbst zum Entstehen und zur Ent-