64 Genie und Irrsinn.
gegend Pistojas besonders, so viele Hirten, Landlente undsogar Frauen finden, die geborne Dichter und Improvi-sators find. Als Beispiele wollen wir nur die von Giu-liani in seiner Abhandlung über die toskanische Mundartangeführten Hirten erwähnen und jener merkwürdigenFamilie Frediani, deren Großvater, Vater und Sohne, vonwelchen einer noch lebt, Dichter waren und Verse dichteten, jderen sich gewiß die großen Toskaner der verflossenenJahrhunderte nicht geschämt haben würden. Man ist hier ^Wohl zu der Frage berechtigt, warum denn den in der >Tiefebene lebenden Landleuten derselben Rasse nicht gleiche lBegabung zu teil wurde?
Alle ebenen Länder, wie Belgien und Holland, oder ^solche, deren Bevölkerung, weil zwischen allzu hohen Bergeneingepfercht, an endemischem Kropf leidet, wie die Schweizer ^und die Savoyarden, haben nur eine geringe Anzahl großerMänner aufzuweisen; noch größerer Mangel an solchenaber herrscht in sumpfigen Gegenden und feuchten Küsten-ländern. Die wenigen großen Männer der Schweiz er- !standen, als das Volk durch Berührung mit französischenEmigrirten das einheimische Kropfübel überwand; da wur-den, zwar meistens aus Familien französischer oder ita-lienischer Herkunft die großen Schweizer wie Bonnet,Rousseau, Tronchin, Tissot, De Candolle und Burlamaqui Igeboren. ^
Urbino, Pesaro, Forli, Como, Parma haben eine !größere Anzahl berühmter Männer erzeugt als drei derersten und ältesten Universitätsstädte Italiens Pisa, Padova !und Pavia; man denke nur an Raphael von Urbino, Bra- imante, Rossini (Pesaro), Morgagni, Spallanzani, Muratori, !Fallopio, Volta, Plinius. !
Aber um zu einem handgreiflichen Beispiel zu kommen, jwenden wir unfern Blick auf Florenz, die Stadt mit dem iherrlichen Klinia und im eigentlichen Hügelland. Sind nicht sihr alle jene großen Männer Italiens entsprossen? Wurde»