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Genie und Irrsinn.
i genommen haben, ohne dadurch, gleich Bradley, auf diej Entdeckung des Gesetzes über die Abirrungen der Gestirnegekommen zu sein! (Siehe Arago.)
! Wie viele haben unzählige häßliche Lastträgerköpfe ge-sehen und haben doch keinen Judas gemalt wie Leonardoda Vinci! Wie viele sind an Apfelsinen vorübergegangen,ohne eine Cavatine zu schaffen gleich derjenigen, welche sichin Mozarts Don Juan befindet I! Bei weitem gewichtiger ist der Einwurf, welcher uns! vorhält, daß fast alle großen Schöpfungen des menschlichen
Geistes und vor allem die modernen Entdeckungen auf denGebieten der Naturwissenschaften nicht Kinder eines glück-^ lichen Augenblicks, sondern vielmehr das Ergebnis lang-^ jähriger und ausgesctztcr Forschungen des gelehrten Ent-deckers und seiner nicht minder gelehrten Vorgänger sind,weswegen sich nicht leicht der Zeitpunkt ihres Entstehensfestsetzen läßt. Und ich gebe zu, daß die uns bekanntenDaten eigentlich nur seststellen, wann eine gegebene Ent-deckung ans Licht der Welt trat und nicht, wann der ersteGedanke, der den Anstoß verlieh, sich regte. Aber kannman nicht mit demselben Rechte diese Bemerkung auf fastalle und selbst auf die scheinbar unerwartetsten menschlichen. Erscheinungen anwenden? Ist doch auch die Befruchtung! eine Erscheinung, die von der guten Ernährung des zeugen-den Wesens und von den angeerbteu Eigenschaften desselbenabhängt; sind doch sogar Tod und Irrsinn, sogar wenn sieplötzlich und von unerwarteten, zufälligen Umständen be-! gleitet cintrcten, dennoch stets einerseits dem Einflüsse der§ Gestirne, andrerseits der organischen Konstitution unter-worfen, sodaß man nicht selten sogar die Behauptung auf-stellen kann, sie seien von beiden genannten Faktoren seitder Geburt der einzelnen Individuen vorbereitet worden, umnach Verlauf einer gewissen Zeit unvermeidlich auszubrechcn.