59
Genie und Irrsinn.
! Und man darf auch nicht vergessen, daß die hervor-! ragenden Thaten des Menschengeistes nicht so zahlreich sind,i daß eine Statistik derselben, welcher Art diese auch seinl möge, dem Auge vielstellige Zahlen vorführen kann.
Natürlich ist nicht zu leugnen, daß das chronologischeZusammentreffen vieler von Zufälligkeiten bestimmt wurde,die niemand je voraus zu sehen vermochte und die ihrerNatur gemäß durchaus unabhängig vom Innern des Men-schen sind. Zu den zufälligen Umständen gehört derjenige, daßdie Naturforscher mit größerer Leichtigkeit und bedeutenderemErfolge in den warmen Monaten sich ihren Beobachtungenhingeben. Zu diesem Umstande tragen natürlich die langenl Nächte, welche jede wissenschaftliche Untersuchung erschweren,
^ die Unannehmlichkeiten der allzu kalten und die Beschwernis^ der allzu heißen Monate nicht wenig bei und sind die Ur-sache, warum die naturwissenschaftlichen Fortschritte meistin die Frühlings- und Herbstzeit fallen.
Daß aber diese Umstände nicht die allein entscheidendens sind, wird uns sofort klar, wenn wir bedenken, daß derAnatomiker stets und überall Leichen für sein Secirmesserfindet und daß er stch derselben am vorteilhaftesten währendder kalten Jahreszeit bedienen kann; wenn wir uns fernervergegenwärtigen, daß die langen, kalten und klaren Winter-nächte, in welchen die Wirkung der Niefraktion eine be-deutend geringere ist, besonders in der gemäßigten Zonei den astronomischen Beobachtungen nur günstig sein könnten,
! gleichwie auch die lauen Sommernächte in den an Erfolgen
f in der Sternkunde so reichen nördlichen Ländern, deren
i höchster Wärmegrad nicht über eine mäßige Temperaturhinausgeht.
Und wein ist denn nicht bekannt, daß eine Verkettung vonZufälligkeiten nicht selten auch die Ursache von Todesfällen,Mordthaten und Geburten ist, Thatsachen, die doch mit! ' Vorliebe in statistischer Weise dargcstcllt werden. Und wenneine solche Darstellung dieser ein dem oben angeführten