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Gruppe III. Chemische Industrie.
ist 1 ). Der Gehalt der in den Pressen abfliessenden Oelsäure an neu-tralem Olein bewirkt nun, dass eine grössere Menge von Stearinsäuregelöst bleibt und somit für die Kerzenfabrikation verloren gebt, fallsman nicht wenigstens die in der Warmpresse abfliessenden Producte,das Margarin der Fabriken, in die Fabrikation zurückführt. Geschiehtdieses, so häufen sie sich allmälig an, machen die Fettsäuren unpress-bar und veranlassen neue Arbeit. Ausserdem zwingt die Färbung derin den Autoklaven gewonnenen Oelsäure den Fabrikanten, dieselbe durchstarkes Pressen vollständiger zu entfernen, als es bei der nach anderenMethoden gewonnenen weniger stark gefärbten Oelsäure erforderlichist. Aus beiden Gründen gewährt die Kalkverseifung geringere Aus-beute an Kerzenmaterial als die mit Destillation verbundene Schwefel-säureverseifung 2 ).
Fast gleichzeitig mit Milly’s Verfahren tauchte der Gedanke auf,die Zersetzung der Neutralfette durch überhitztes Wasser ohne Zusatzvon Säuren oder Alkalien zu bewirken. Tilghman 8 ) und Melsens 4 )führten unabhängig von einander diese Methode in die Technik einund erzielten, zum Theil unter Anwendung des von Wright undFouche construirten Apparates 5 ) vorübergehende Erfolge. Wir wissennicht, ob dieses Verfahren noch irgendwo angewandt wird, gewiss ist,dass die Wiener Fabrikanten, von denen Stas 6 ) 1863 angiebt, dasssie so arbeiteten, bereits zwei Jahre später die Mil ly’sehen Autoklaveneinführten 7 ). Aus Untersuchungen, welche Birnbaum 8 ) 1874 ver-
7 ) Nach H. L. Buff (dessen Dissertation, Ueber die Fette und die Fabri-kation der Fettsäuren und des Glycerins, Göttingen 1863) wirkt neben demKalk vorhandenes Alkali sehr günstig auf die Verseifung ein. Seine An-nahme, eine solche Gegenwart von Alkali sei überhaupt bei der Yerseifungin Autoklaven erforderlich, hat sich nicht bewahrheitet und scheint durchdie abweichenden Bedingungen, unter denen Buff arbeitete, erklärt werdenzu müssen. 2 ) Diese und manche andere der Erfahrung entnommeneNachrichten verdanke ich Herrn Fr. Bornemann, Stearinfabrikanten inVerden an der Aller. — Die grössere Ausbeute der Schwefelsäure Verseifungist auch Bolley (Schweiz, polyt. Zeitschr. 1866, 27; Wagn. Jahresber. 1866,653) in ähnlicher Weise zu erklären geneigt. s ) K. A. Tilghman, Patentvom 9. Jan. 1854, Nr. 47. 4 ) L. H. F. Melsens, Patent vom 18. Dec.
1854, Nr. 2666. 6 ) Eine Beschreibung dieses Apparates findet sich in den
Eapp. du jury internat. Paris 1868, VIH, 384 und in Wagner’s Handb.9. Äufl. II, 322. Ein Bericht über die mit Hülfe desselben erzielten Besultatevon Cloez in Wagn. Jahresber. 1863, 664. —Auch L. Droux (Dingl. pol. J.CLXXXVII, 76; Wagn. Jahresber. 1867, 703) construirte einen für diese Zer-setzung bestimmten .Apparat, über den H. Perutz (Wochenschr. des nieder-österr. Gewerbevereins 1868, 284) berichtet. 6 ) J. S. Stas, Bapportsbeiges de l’exposition de Londres 1862; Bruxelles 1863; Wagn. Jahresber.1864, 628. 7 ) Die Millykerzenfabrik von F. A. Sarg’s Sohn u. Co. in Wien
begann 1838 mit der Kalkverseifung, führte 1850 die Destillation, 1858 die Zer-setzung nach Fouche und Wright, endlich 1865 die M i 11 y ’ sehen Autoklavenein. 8 ) K. Birnbaum, Dingl. pol. J. CCXIV, 56; Wagn. Jahresber. 1874, 967,