Pflanzenfaser.
Von Dr. Hugo Müller
in London.
Die gewaltigen Fortschritte, welche sich im Laufe der letzten25 Jahre auf dem Gebiete der Industrie geltend gemacht haben, konn-ten nicht verfehlen, auch jenen Zweig zu beeinflussen, welcher sich mitder Verwerthung der Pflanzenfaser befasst.
Es hat sich in dieser Richtung die Entwickelung nicht auf diemechanische Verarbeitung allein beschränkt, sondern es sind in nam-hafter Weise auch chemische Mittel und Processe dienstbar gemachtworden. Die Industrie der Pflanzenfaser beansprucht daher einen nichtmehr unbedeutenden Platz in der technischen Chemie.
Von diesem Gesichtspunkt ausgehend, erscheint es wünschenswert!),hier eine Zusammenstellung der technisch-chemischen Thatsachen zugeben, welche sich auf diesem Felde im Laufe der letzten Jahre an ge-sammelt haben.
Bei dem ausserordentlichen Umfang, welchen die Industrie derPflanzenfaser neuerdings gewonnen hat, muss selbstverständlich voneiner nach allen Richtungen hin erschöpfenden Behandlung des Gegen-standes Abstand genommen werden und soll desshalb nur dasjenigeBerücksichtigung finden, was zunächst dazu dienen kann, einen Ueber-blick zu geben über die Natur der der Technik im Augenblick zu Ge-bote stehenden Materialien sowie über die chemischen Methoden, welchein der Abscheidung und Vorbereitung der Faser hauptsächlich zurAnwendung kommen.
Durch den sich immer mehr [entwickelnden Handelsverkehr wirdjetzt eine Anzahl ausländischer Pflanzenfasern der europäischen Indu-strie zugänglich gemacht, deren Verwerthung früher nur auf ihre Hei-math beschränkt war und indem sich diese neuen Rohmaterialien immermehr Eingang verschaffen, wird eine genauere Bekanntschaft mit den-selben von zunehmender Bedeutung.
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