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3,1,2 (1877) Chemische Industrie : mit einem Rückblick auf die Entwicklung der chemischen Industrie während des letzten Jahrzehends
Entstehung
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Bier.

Von Dr. Carl Lintner,

Professor in Weihenatepban.

Die Bierbrauerei bat in den letzten Decennien einen riesenhaftenAufschwung genommen und zwar nicht nur auf dem continentalen Ge-biete, sondern selbst weit darüber hinaus, wie denn auch auf derWiener Weltausstellung Nord- und Südamerika durch Ausstellungihrer Biere vertreten waren. Ueberhaupt ist die Kunst des Bier-brauens aus dem Stadium eines empirischen Gewerbes herausgetretenund ist bereits auf dem besten Wege, zu einer ihrer Zwecke klar be-wussten Disciplin der Zymotechnik heranzuwachsen. Besonders hatder bauliche und mechanische Theil der Bierbrauerei ausserordentlicheFortschritte, theils in der Errichtung zweckmässiger Malz-, Gäbr- undLagerkeller, theils in der Adaptirung der Dampfkraft und Anlage ent-sprechender Malzdarren, Brau- und Kühlvorrichtungen gemacht, wäh-rend dagegen der chemisch-physiologische Theil erst in der allerjüng-sten Zeit, unterstützt durch die trefflichen Arbeiten hervorragenderChemiker und Pflanzenphysiologen, fruchtbringend in der ausübendenPraxis der Bierbrauerei zu werden beginnt. Während die Bereitungder obergährigen Biere in den letzten Decennien nur wenige Verände-rungen erfahren hat, ist man in der Darstellung der untergährigenBiere wesentlich fortgeschritten und ist nun im Stande, Biere herzu-stellen, welche durch ihre Güte und Haltbarkeit immer mehr und mehrden Markt erobern.

Die Rohmaterialien.

Hier nimmt immer noch die Gerste die erste Stelle ein, indemMais, Reis, Kartoffeln, Stärke, Stärkezucker im Allgemeinen nur inverhältnissmässig geringen Quantitäten zu theilweisem Ersatz derGerste (des Malzes) verwendet werden.

Die Gerste ist desswegen von allen Getreidearten am besten zurBrauerei geeignet, weil ihr Stärkegehalt in verschiedenen Jahrgängen