lieber Alfcoliolpräparate.
Von Dr. A. Bannow
in Berlin.
Die organische Chemie hat den in den letzten Decennien vielfachmit dauerndem Nutzen betretenen Weg, die in ihren Bereich fallendenNebenproducte der Industrie weiter zu verarbeiten, mit Erfolg fortge-setzt. Wie die Abfälle der Gasanstalten, Theerschwelereien, Seifen-siedereien, Zuckerfabriken etc. schon lange selbständigen Industriezwei-gen zur Grundlage dienen, so haben auch andere Nebenproducte orga-nischer Natur das Streben nach weiterer Ausnutzung wach gerufenund erst in jüngster Zeit ist es zumal die Spiritusfabrikation gewesen,welche die Aufmerksamkeit der technischen Chemiker auf sich gelenkthat. Nachdem seitens der wissenschaftlichen Chemiker durch zahl-reiche, eingehende Untersuchungen das Terrain nach allen Seiten ge-ebnet war, konnte man es unternehmen, auch die Nebenproducte derSpiritusfabrikation systematisch in grösserem Maasstabe zu verwerthen.Der erste Versuch dieser Art ist von dem Spiritusfabrikanten Hrn. Kahl -bäum in Berlin ausgeführt worden, und trotz der kurzen Zeit seines Be-stehens hat sich das Unternehmen als vollkommen lebensfähig erwiesen.
Der Roh Spiritus, wie er von den zahlreichen kleineren Brennereiengeliefert wird, enthält eine Reihe Beimengungen, deren Abscheidungdie Aufgabe der Spritfabriken ist. Es resultiren bei der Aufarbeitungdes Rohspiritus vorzugsweise zwei Producte, welche diese Beimengun-gen enthalten, und zwar der beim Beginn der Rectification auftretendeVorlauf, welcher im Wesentlichen aus Aldehyd besteht, und der nachdem Ahtreiben des Alkohols mit Wasser übergehende Nachlauf, derals ein wechselndes Gemisch von Propyl-, Isobutyl- und Amylalkoholnebst geringen Mengen sehr hochsiedender Körper, wahrscheinlich Gly-ceriden, anzusehen ist.
Betrachten wir diese Producte in der Reihenfolge wie sie gewon-nen werden, so lässt sich ihre weitere Verwerthung in Folgendem zu-sammenfassen.